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25 Jahre „Advent in Sankt Marien“

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Hintergrund
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Advent in Sankt Marien: Neues Programm und 5.000-Euro-Spende für Restaurierungsprojekt

Der traditionelle Adventsmarkt in St. Marien lädt auch in diesem Jahr am 2. und 3. Adventswochenende von 13 bis 19 Uhr zu einem vielfältigen Besuch ein. Rund 60 Händler präsentieren ihre Waren, darunter 15 neue Anbieter. Mit dabei sind unter anderem eine polnische Kauffrau, Kunsthandwerk aus Frankfurt (Oder), Honig, Naturkosmetik, sowie Produkte aus Alpaka- und Schafwolle.

Musikalisch begleiten Posaunenchöre aus Müllrose, Lebus und Frankfurt (Oder) sowie ein Gospelchor das Programm.

Archiv: Kunsthandwerk auf dem Adventsmarkt in St. Marien
© Foto: Peter Gudlowski Archiv: Kunsthandwerk auf dem Adventsmarkt in St. Marien

Besucherinnen und Besucher erwartet erneut die besondere Atmosphäre der Marienkirche, die als überdachter Sakralbau zur Veranstaltungshalle wird. Wert gelegt wird zudem auf ein einheitliches Erscheinungsbild der Stände sowie ein hochwertiges Angebot ohne Industrieprodukte.

Organisator Michael Thieme sagte der Oderwelle:

„Uns freut, dass wir auch in diesem Jahr wieder ein konkretes Projekt unterstützen können. Das Sakramentshäuschen liegt uns am Herzen, und wir möchten diese Tradition der Förderung fortsetzen.“

Spenden ermöglichen nächsten großen Restaurierungsschritt

Der Adventsmarkt in St. Marien feiert in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum: Bereits zum 25. Mal findet die traditionsreiche Veranstaltung statt. Was 1999 mit einer kleinen Initiative und einem klaren Ziel begann – der Finanzierung eines neuen Ziffernblatts für die Kirchturmuhr – hat sich über die Jahre zu einem festen Bestandteil des Frankfurter Advents entwickelt. Und zu einem erheblichen Motor für den Erhalt der Marienkirche.

Spendenübergabe von Michael Thieme (Adventsmarkt) an Sabine Wenzke und Henriette Brendler vom Kulturbüro Frankfurt (Oder).
© Foto: Matthias Kayales Spendenübergabe von Michael Thieme (Adventsmarkt) an Sabine Wenzke und Henriette Brendler vom Kulturbüro Frankfurt (Oder).

5.000 Euro für die Restaurierung des Tabernakels

In diesem Jahr fließt der Erlös erneut in die Sanierung wertvoller Bausubstanz. Insgesamt 5.000 Euro konnten dank der gut besuchten Märkte in den Jahren 2023 und 2024 – und bereits als Vorgriff auf 2025 – bereitgestellt werden. Das Geld wird für die anstehende Restaurierung des historischen Tabernakels am Eingang des Nordportals eingesetzt.

Auch in den kommenden Jahren bleibt „Advent in Sankt Marien“ diesem Ziel treu: Weitere Spenden sollen die umfassende Sanierung des Sakramentshauses Schritt für Schritt voranbringen.

Ein Steinobjekt mit 650 Jahren Geschichte

Das Sakramentshaus in der Nordkapelle gehört zu den ältesten erhaltenen Kunstwerken der Marienkirche. Seit rund 650 Jahren steht es – gefertigt aus Elbsandstein – an seinem heutigen Platz. Im Mittelalter bildete die Nordkapelle das repräsentative Eingangsportal der Kirche. Das Sakramentshaus, auch Ostiarium oder Tabernakel genannt, könnte einst als Reliquienschrein gedient haben.

Doch die Jahrhunderte haben Spuren hinterlassen: Kriegsfolgen, Witterung und Umwelteinflüsse haben sowohl dem Stein als auch der dazugehörigen eisernen Gittertür sichtbar zugesetzt.

Erst das Gutachten, dann die Restaurierung

Bevor restauriert werden kann, ist ein detailliertes Gutachten nötig. Es soll Schäden dokumentieren, Maßnahmen vorschlagen und die voraussichtlichen Kosten beziffern. Der Aufwand: 5.000 bis 7.000 Euro – und damit höher als viele Besucher ahnen würden.

Dass dieser Weg der richtige ist, zeigt ein Beispiel aus der gleichen Kirche: Das barocke Erbbegräbnis im südlichen Seitenschiff konnte nur dank eines Gutachtens in ein Förderprogramm aufgenommen und bis Ende 2024 vollständig restauriert werden.

Aktuell laufen Gespräche mit der Fachhochschule Potsdam, die die Probenentnahme und Analyse übernehmen könnte. Geplant sind unter anderem feine Bohrungen im Sockelbereich, um Feuchtigkeit und Salzbelastung im Mauerwerk präzise zu ermitteln. Auch die historische Gittertür soll im kommenden Jahr fachlich begutachtet werden.

Schwere Schäden am Tabernakel

Eine Steinrestauratorin hat das Sakramentshaus bereits im Sommer 2024 untersucht. Ihr Vorbericht zeigt deutlichen Handlungsbedarf:

  • Schäden im Sockelbereich – vermutlich durch Salz im Mauerwerk,
  • ein stark beschädigter Säulenschaft,
  • ältere Steinergänzungen, die rissig oder herausgebrochen sind,
  • korrodierte Metallelemente, die zu Abplatzungen und Rissen führen,
  • Schmutzablagerungen, Verkrustungen und eine dicke Staubschicht, besonders auf horizontalen Flächen,
  • sowie – leider nicht ungewöhnlich – Vogelkotreste.

Weitere Spenden dringend notwendig

Schon beim Konzert „Musikschulen öffnen Kirchen“ wurde für das Projekt gesammelt. Dennoch bleibt die Finanzierung des Gutachtens die erste große Hürde. Die Engagierten von „Advent in Sankt Marien“ hoffen daher auf weitere Unterstützung, um das bedeutende Kunstwerk für kommende Generationen zu sichern.

Geschrieben von: MK

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