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Frankfurt (Oder) plant Energie-Intranet: Regionale Strom- und Wärmewende im Fokus

today9. Juni 2026 1443 257 3

Hintergrund
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    Frankfurt (Oder) plant Energie-Intranet: Regionale Strom- und Wärmewende im Fokus MK

Leuchtturmprojekt von Enertrag und Stadtwerken soll erneuerbare Energie direkt vor Ort nutzbar machen

Frankfurt (Oder) könnte in den kommenden Jahren eine Vorreiterrolle bei der regionalen Energieversorgung einnehmen. Gemeinsam mit dem Energieunternehmen Enertrag und den Stadtwerke Frankfurt (Oder) plant die Stadt den Aufbau eines sogenannten „Energy Intranets“. Ziel ist es, Wind- und Solarstrom direkt in der Region zu erzeugen, zu speichern und für die Strom- und Wärmeversorgung lokal zu nutzen.

Oberbürgermeister Axel Strasser im Gespräch mit der Oderwelle

Das Projekt befindet sich derzeit noch am Anfang eines umfassenden Planungs- und Genehmigungsprozesses.

Energie vor Ort erzeugen und speichern

Oberbürgermeister Axel Strasser (parteilos) erläuterte im Gespräch mit dem Frankfurter Stadtradio 91.7 ODERWELLE das Konzept: Erneuerbare Energie soll künftig direkt in der Region produziert und ohne Umwege ins lokale Netz eingespeist werden. Ein zentraler Baustein ist die Umwandlung von Strom in Wärme, die anschließend in bestehenden Speichersystemen der Stadtwerke zwischengespeichert werden kann.

Durch die räumliche Nähe zwischen Erzeugung und Verbrauch entfallen laut Stadt aufwendige Netzübertragungen und Teile der Netzentgelte. Die Wärmeversorgung des Fernwärmenetzes soll so schrittweise auf erneuerbare Energien umgestellt werden.

Bedeutung für Wirtschaft und Industrieansiedlungen

Strasser betonte insbesondere die wirtschaftliche Relevanz des Projekts. Für Industrieansiedlungen – etwa im Zusammenhang mit dem Gewerbegebiet an der Autobahn A12 oder möglichen Rechenzentrumsprojekten – spiele die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien inzwischen eine zentrale Rolle.

„Energiesicherheit und grüne Energie werden zu entscheidenden Standortfaktoren“, so der Oberbürgermeister. Frankfurt (Oder) wolle hier gezielt als Vorreiter auftreten und sich als attraktiver Industriestandort positionieren.

Windkraft und Solarenergie auch in Ortsteilen geplant

Geplant sind unter anderem Anlagen im Bereich des Ortsteils Güldendorf. Weitere mögliche Standorte betreffen auch Markendorf und Lossow.

Der Bebauungsplan wird nun schrittweise aufgestellt. In diesem Rahmen sind gesetzlich vorgesehene Beteiligungsverfahren vorgesehen. Bereits zwei Informationsveranstaltungen in Güldendorf haben laut Stadt großes Interesse, aber auch kritische Nachfragen aus der Bevölkerung gezeigt.

Zusätzlich informieren die Stadtwerke und Enertrag am heutigen Abend um 18 Uhr in einer digitalen Veranstaltung über das Projekt. Online-Einwahl >> HIER <<

Finanzielle Effekte für Stadt und Ortsteile

Nach aktuellen Berechnungen könnte die Stadt jährlich rund 500.000 Euro aus dem Projekt generieren. Diese Summe setzt sich aus verschiedenen Einnahmequellen zusammen:

  • rund 125.000 Euro über Umlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz
  • etwa 75.000 Euro aus Pachteinnahmen
  • sowie rund 300.000 Euro aus dem Brandenburger Erneuerbare-Energien-Gesetz, die den betroffenen Ortsteilen zugutekommen sollen

Die Mittel sollen insbesondere in die Ortsteile fließen. Strasser verwies auf bestehenden Investitionsbedarf etwa bei Straßen, Gehwegen, Straßenbeleuchtung, Spielplätzen sowie Gemeindehäusern.

Nächste Schritte bis zur Umsetzung

Das Projekt ist langfristig angelegt und soll voraussichtlich bis etwa 2030 umgesetzt werden. In den kommenden Monaten stehen zunächst der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan sowie umfangreiche Gutachten zu Umwelt, Lärm und weiteren Auswirkungen an.

Erst danach könne konkret entschieden werden, wie viele Anlagen entstehen und wo diese genau verortet werden. Auch die Genehmigungsfähigkeit des Gesamtvorhabens werde im weiteren Verfahren geprüft.

„Leuchtturm für die Region“

Strasser sieht in dem Projekt eine mögliche Signalwirkung weit über die Stadt hinaus. Frankfurt (Oder) könne damit zeigen, wie regional erzeugte erneuerbare Energie auch regional genutzt werden kann.

Investoren beobachteten diese Entwicklung bereits mit großem Interesse, so der Oberbürgermeister. Ziel sei es, die Transformation der Energieversorgung als Standortvorteil zu nutzen und die Stadt langfristig als Innovationsstandort zu stärken.

Geschrieben von: MK

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