Regionalreport

Gemeinsamer Aufruf gegen monatelange Vollsperrung der RE1-Strecke

today7. Juli 2026 2801 121 5

Hintergrund
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    Gemeinsamer Aufruf gegen monatelange Vollsperrung der RE1-Strecke MK

Kommunen, Unternehmen und Institutionen aus Ostbrandenburg warnen vor Folgen für Pendler, Wirtschaft und Region – Kritik an aktuellen Einschränkungen zum HanseStadtFest „Bunter Hering“

Die geplante Generalsanierung der Regionalexpresslinie RE1 sorgt für wachsende Besorgnis in Ostbrandenburg. Zahlreiche Kommunen, Unternehmen und Institutionen fordern von der Deutschen Bahn eine fahrgastfreundlichere Umsetzung der Bauarbeiten und warnen vor den Folgen einer monatelangen Vollsperrung der wichtigen Verkehrsverbindung zwischen Berlin, Frankfurt (Oder) und der polnischen Nachbarregion.

Die RE1 gehört zu den meistgenutzten Regionalexpresslinien Deutschlands. Gleichzeitig sind Fahrgäste entlang der Strecke immer wieder mit Verspätungen, Zugausfällen und Einschränkungen durch Bauarbeiten konfrontiert. Aktuell betrifft dies die ab dem 10. Juli angekündigten umfangreichen Zugausfälle zwischen Berlin-Ostbahnhof und Eisenhüttenstadt.

Massive Störungen zum „Bunter Hering“

Auslöser für den erneuten gemeinsamen Appell ist auch die zeitliche Überschneidung der aktuellen Einschränkungen mit dem bevorstehenden HanseStadtFest „Bunter Hering“ in Frankfurt (Oder). Das dreitägige Fest zählt zu den größten Volksfesten Brandenburgs und zieht jedes Jahr zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus der Region sowie aus Berlin und dem benachbarten Polen an. Die Unterzeichner kritisieren, dass ausgerechnet zu diesem wichtigen Veranstaltungswochenende die RE1-Verbindung massiv beeinträchtigt sein wird.

Die Beteiligten fordern deshalb bessere Abstimmungen und einen längeren Informationsvorlauf bei Baumaßnahmen dieser Größenordnung. Grundsätzlich begrüßen die Unterzeichner die angekündigten Investitionen der Deutschen Bahn-Tochter DB InfraGO in die Modernisierung der Strecke. Die Arbeiten dürften jedoch nicht dazu führen, dass die Hauptstadtregion, Ostbrandenburg und die polnische Nachbarregion über Monate hinweg verkehrlich voneinander getrennt werden.

Die ODEG fährt mit Desiro-HC-03 Zügen von Siemens auf der RE1-Strecke
© Foto: ODEG / Lukas Schramm Die ODEG fährt mit Desiro-HC-03 Zügen von Siemens auf der RE1-Strecke

Eine langfristige Vollsperrung würde täglich zehntausende Berufspendler, Studierende sowie Schülerinnen und Schüler vor erhebliche Herausforderungen stellen. Auch die wirtschaftliche Entwicklung der Region sei dadurch gefährdet. Bereits bei bisherigen Zugausfällen und Unterbrechungen habe sich gezeigt, dass der Schienenersatzverkehr an seine Belastungsgrenzen stoße.

Die Unterzeichner appellieren daher an DB InfraGO, die Generalsanierung der Strecke zwischen Berlin-Ostbahnhof und Frankfurt (Oder) wirtschaftsnah und mit Blick auf die Bedürfnisse der Fahrgäste zu planen. Konkret wird gefordert, die Arbeiten möglichst eingleisig durchzuführen und frühzeitig verbindliche Verträge mit Busunternehmen abzuschließen, um die Qualität und Zuverlässigkeit des notwendigen Schienenersatzverkehrs sicherzustellen.

Archiv: Immer wieder Ersatzverkehr auf der RE1-Strecke
© Foto: Matthias Kayales Archiv: Immer wieder Ersatzverkehr auf der RE1-Strecke

Nach Einschätzung der Unterstützer des Aufrufs hätte eine monatelange Vollsperrung erhebliche Auswirkungen auf zahlreiche Unternehmen, Beschäftigte und Institutionen in Ostbrandenburg und Polen.

Zu den Unterzeichnern gehören:

  • Stadt Frankfurt (Oder)
  • Stadt Fürstenwalde/Spree
  • Stadt Eisenhüttenstadt
  • Landkreis Oder-Spree
  • Klinikum Frankfurt (Oder)
  • Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
  • OSMAB Holding AG
  • ALCARO Invest GmbH
  • Deutsche Rentenversicherung Berlin-Brandenburg
  • IHK Ostbrandenburg
  • Campus Hütte

Geschrieben von: MK

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