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Hape Kerkeling auf der Bühne bei der Verleihung des Eugen-Bolz-Preises.
Der Komiker, Schauspieler und Autor Hape Kerkeling hat bei der Verleihung des Eugen-Bolz-Preises eindringlich vor der Alternative für Deutschland (AfD) gewarnt und zu mehr Engagement für die Demokratie aufgerufen. Die Partei bedrohe die Demokratie in Deutschland „in ihren Grundfesten“, sagte der 60-Jährige am Montagabend im baden-württembergischen Rottenburg. Besonders die Menschenwürde stehe im Zentrum dieser Bedrohung.
Kerkeling betonte, man könne Feinde der Verfassung auch verbieten lassen. Es gehe nicht mehr darum, ob die AfD eines Tages eine Landesregierung übernehme, sondern wann. Für ihn sei die Partei ein Angriff auf die „DNA der deutschen Gesellschaft“. Er rief dazu auf, das Grundgesetz als Garant der Freiheit entschlossen zu verteidigen.
Zugleich mahnte Kerkeling zur Differenzierung. Nicht alle AfD-Wählerinnen und -Wähler seien Verfassungsfeinde, viele hätten Sorgen, mit denen man im Gespräch bleiben müsse. Die Demokratie lebe vom Kompromiss, könne aber „nur durch Kompromisslosigkeit gegenüber ihren Feinden“ überleben. Sein Appell lautete: „Zeigen Sie Haltung, ohne zu verurteilen.“
Der Entertainer rief außerdem zu mehr politischem Engagement auf: „Jeder sollte sich in die Politik einmischen, davon lebt die Demokratie. Es ist wie beim Kochen und beim Fußball: Jeder kann und soll mitreden.“

In der Laudatio würdigte die Journalistin und Fernsehmoderatorin Dunja Hayali Kerkeling als „Freund und Verbündeten“. Sie betonte, dass klare politische Positionierungen nicht allein den Politikern überlassen werden dürften. Weltweit seien rechte Kräfte auf dem Vormarsch, insbesondere in den USA. „Das Erschreckende ist: Wir kennen das Playbook der Antidemokraten“, sagte Hayali. Seriös arbeitende Medien würden gezielt diskreditiert, während alternative Informationsquellen aufgebaut würden. „Schweigen ist keine Option mehr.“
Der mit 5.000 Euro dotierte Eugen-Bolz-Preis wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderer Weise für Verfassung und Demokratie einsetzen. Er erinnert an den gebürtigen Rottenburger und früheren württembergischen Staatspräsidenten Eugen Bolz, der 1945 als Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Angela Merkel (2017), Charlotte Knobloch (2010), Silbermond (2021) und Gerald Asamoah (2023).
Kerkeling zeigte sich tief bewegt über die Auszeichnung: „Es ist eine große Ehre, diesen Preis zu erhalten.“ Er berichtete, dass ihm Eugen Bolz erstmals als Schüler bei einem Besuch der Gedenkstätte Plötzensee begegnet sei. Dessen Ideen sollten weiterleben – Widerstand beginne im Kleinen, sagte der Künstler, der sich als Schulpate im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ engagiert.
Auch in der Vergangenheit hat Hape Kerkeling wiederholt klare Kritik an der AfD geäußert, zuletzt am 2. Oktober 2024 in der ARD-Sendung „maischberger“:
Das Preisgeld will Hape Kerkeling der Antonio-Amadeu-Stiftung spenden, die sich bundesweit für Integration, Demokratie und gegen Antisemitismus einsetzt.
Geschrieben von: MK
AfD Antonio-Amadeu-Stiftung Dunja Hayali Eugen-Bolz-Preis Harpe Kerkeling Preisverleihung Rottenburg
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