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El Kellerico steht bevor!
today23. September 2026 492 32 5
© Foto: Kleist Festtage
Kohlhaas (no limits)
Frankfurt (Oder) und Słubice werden vom 6. bis 11. Oktober erneut zum Treffpunkt für Theater, Literatur und Kunst. Die Kleist-Festtage 2026 stehen in diesem Jahr unter dem Zeichen von Grenzüberschreitungen und neuen Perspektiven auf das Werk Heinrich von Kleists. Gleichzeitig bilden sie den Auftakt zum Jubiläumsprogramm anlässlich seines 250. Geburtstags im kommenden Jahr.
Heinrich von Kleist bewegte sich in seinen Texten immer wieder zwischen Gegensätzen: zwischen Recht und Gerechtigkeit, Vernunft und Gefühl, Individuum und Gesellschaft sowie Vergangenheit und Gegenwart. Genau diese Spannungsfelder greifen die Kleist-Festtage 2026 auf.
Das Theaterhaus Kleist Forum und das Kleist-Museum haben für die sechs Festivaltage ein umfangreiches Programm zusammengestellt. Neben Theateraufführungen und Uraufführungen gibt es Diskussionen, Konzerte, Führungen und verschiedene Formate, die Kleists Werk mit aktuellen gesellschaftlichen und künstlerischen Fragen verbinden.
Schon zur Eröffnung am Dienstag, 6. Oktober, wird die Grenze zwischen Frankfurt (Oder) und Słubice zum Schauplatz des Festivals. Am Käthchen-Denkmal in Słubice präsentiert die Bürgerbühne im Kleist Forum die Performance „Ein Kleid für Käthchen“. Anschließend geht es weiter ins Kleist-Museum.
Dort wird die „Offene Werkstatt“ des Künstlerinnenkollektivs Guerilla Architects eröffnet. Sie soll Raum für Begegnung, künstlerische Aktionen und gemeinsames Nachdenken bieten. Am 8. Oktober präsentieren außerdem Studierende der Europa-Universität Viadrina ihre Projekte zum Kleist-Jubiläum und verbinden dabei Forschung, Gestaltung und Wissenschaftskommunikation.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Kleists Drama „Das Käthchen von Heilbronn“. In der Uraufführung „Kätzchen Käthchen“ beschäftigt sich die Bürgerbühne im Kleist Forum mit der bekannten Figur und stellt dabei unter anderem tradierte Frauenbilder, Identität und Selbstbestimmung zur Diskussion.
Die Premiere am 8. Oktober ist bereits ausverkauft. Eine weitere Vorstellung steht am 10. Oktober auf dem Programm. Begleitend sprechen die Regisseurin Beata Anna Schmutz und die Autorin Lea Langenfelder mit der Literaturwissenschaftlerin Dr. Barbara Gribnitz über feministische Lesarten und den Entstehungsprozess der Inszenierung.
Auch andere Klassiker stehen bei den Festtagen auf dem Programm. Das Kleist Forum zeigt am Freitag, 9. Oktober, die zeitgenössische Fassung der „Orestie“ von Robert Icke. Mit dabei sind unter anderem Hannes Rittig und Judith Rosmair. Der antike Stoff wird dabei zum Ausgangspunkt für Fragen nach Rache, Recht und öffentlicher Urteilskultur.
Am Festivalsonntag folgt mit „Kohlhaas (no limits)“ eine Auseinandersetzung mit einem der bekanntesten Texte Kleists. Das Theater Bremen bringt in der Inszenierung von Felix Krakau die Geschichte des Michael Kohlhaas auf die Bühne und stellt dabei Fragen nach Recht und Gerechtigkeit, Widerstand und den Grenzen legitimer Mittel.
Ein weiterer Höhepunkt ist die Verleihung des Kleist-Förderpreises für neue Dramatik 2026. Ausgezeichnet wird der Autor Kaleb Erdmann für sein Stück „Debritz“. Die Veranstaltung am 7. Oktober ist bereits ausverkauft.
Im Anschluss zeigt das Badische Staatstheater Karlsruhe in Koproduktion mit dem Kleist Forum die Frankfurter Premiere des Stücks. „Debritz“ erzählt von einer fiktiven ostdeutschen Kleinstadt, einer Solequelle und unterschiedlichen Vorstellungen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Neben Theater und Literatur kommt auch die Musik bei den Kleist-Festtagen nicht zu kurz. Für einen musikalischen Höhepunkt sorgt am 10. Oktober Tim Fischer im Kleist Forum. Der Chansonnier und Schauspieler präsentiert sein neues Programm und verbindet dabei zeitgenössische Stücke unter anderem von Thomas Pigor und Sebastian Krämer mit Klassikern von Georg Kreisler oder Jacques Brel.
Ebenfalls am 10. Oktober lädt der Theaterspaziergang „Alles Anders“ dazu ein, die Frankfurter Obere Stadt aus einer künstlerischen Perspektive neu zu entdecken.
Auch das Kleist-Museum beteiligt sich mit täglichen Best-of-Führungen. Besucherinnen und Besucher können dabei die aktuelle Dauerausstellung noch einmal aus unterschiedlichen Blickwinkeln kennenlernen – unter anderem mit Blick auf Kleists Sprache, seine Technikbegeisterung, seine Beziehung zu Wilhelmine von Zenge und seine Frankfurter Biografie.
Die aktuelle Dauerausstellung ist noch bis zum 11. Dezember 2026 zu sehen.
Die diesjährigen Festtage sind zugleich der Beginn des Prologs zum Jubiläumsprogramm „Kreuzungen – Intersections. 250 – Kleist“. Im kommenden Jahr wird der 250. Geburtstag Heinrich von Kleists gefeiert.
Die Kleist-Festtage wollen dabei bereits 2026 zeigen, wie Kleists Texte mit heutigen gesellschaftlichen und künstlerischen Fragen in Verbindung gebracht werden können. Kleist-Museumsdirektorin Anke Pätsch spricht von den „Kreuzungen“, an denen Kleists Texte auf die Gegenwart treffen.
Auch der Künstlerische Leiter des Kleist Forums, Florian Vogel, betont den Austausch mit dem Publikum. Nach den Vorstellungen soll es beim Festivaltreff im Theaterrestaurant Gelegenheit geben, mit den Künstlerinnen und Künstlern sowie anderen Festivalgästen ins Gespräch zu kommen.
Ausführliche Informationen zu den Kleist-Festtagen gibt es auch im nächsten Sonntagsbrunch auf 91.7 ODERWELLE. Am Sonntag ist Florian Vogel, der Künstlerische Leiter des Kleist Forums und Geschäftsführer der MUV, live zu Gast bei Jacqueline und Matthias.
Von 9 bis 13 Uhr geht es live aus der Skylounge 24 unter anderem um das Programm der diesjährigen Kleist-Festtage, die besonderen Herausforderungen hinter dem Festival und natürlich um den Blick voraus auf das große Kleist-Jubiläum 2027.
Kleist-Festtage 2026: 6. bis 11. Oktober in Frankfurt (Oder) und Słubice. Der Vorverkauf läuft bereits. Tickets gibt es unter anderem über das Kleist Forum und das Kleist-Museum sowie online über die jeweiligen Veranstaltungsseiten.
Geschrieben von: MK
Frankfurt (Oder) Heinrich von Kleist Kleist Festtage Kleist Forum Kleist Museum Kleist-Jubiläum Kultur Ostbrandenburg Tim Fischer
today13. Oktober 2026 837 53
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