OB-Wahl 2025

Mitten in der Windkraft-Debatte: Strasser macht ENERTRAG-Spende öffentlich

today22. Juni 2026 13795 333 5

Hintergrund
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Stadt und Unternehmen sehen keinen Zusammenhang mit aktuellen Projekten in Frankfurt (Oder)

Frankfurts Oberbürgermeister Axel Strasser (parteilos) hat eine finanzielle Unterstützung für seinen Oberbürgermeister-Wahlkampf im vergangenen Jahr öffentlich gemacht. Wie die Stadtverwaltung am Montag mitteilte, erhielt Strasser im Oktober 2025 eine einmalige Wahlkampfspende in Höhe von 3.000 Euro vom Unternehmen ENERTRAG. Nach Angaben der Stadt erfolgte die Veröffentlichung freiwillig, um Spekulationen in der Berichterstattung vorzubeugen. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Offenlegung bestand nicht.

Strasser war bei der Oberbürgermeisterwahl 2025 als einziger parteiloser Bewerber angetreten und hatte seinen Wahlkampf nach eigenen Angaben nahezu vollständig aus privaten Mitteln finanziert. Neben der Spende von Enertrag erhielt er lediglich weitere 392,20 Euro von einer Frankfurter Physiotherapie-Praxis, die die Kosten für zwei Zeitungsanzeigen übernahm. Insgesamt beliefen sich die finanziellen Unterstützungen auf 3.392,20 Euro.

Die Zahlung von ENERTRAG ging nach Angaben der Stadt am 8. Oktober 2025 ein – vier Tage vor der Stichwahl gegen den AfD-Kandidaten Wilko Möller. Verwendet wurde das Geld für Flyer, Plakate, Werbemittel, Giveaways sowie die Organisation von Wahlkampfveranstaltungen.

Die Veröffentlichung erfolgt vor dem Hintergrund eines aktuellen Windkraftprojekts im Frankfurter Ortsteil Güldendorf. ENERTRAG plant dort den Bau von Windenergieanlagen. Das Vorhaben stößt bei einem Teil der Anwohner auf Kritik. Oberbürgermeister Strasser unterstützt das Projekt grundsätzlich.

Sowohl die Stadt als auch das Unternehmen weisen jedoch einen Zusammenhang zwischen der Wahlkampfspende und dem Windkraftvorhaben zurück. Nach Angaben von ENERTRAG erfolgte die Unterstützung freiwillig sowie ohne Bedingungen oder Gegenleistungen. Das Unternehmen begründet die Spende mit seinem Engagement für eine lebendige demokratische Kultur und erklärt, regelmäßig parteilose Kandidaten sowie demokratische Parteien zu unterstützen.

Nach Angaben der Stadt hatte Strasser zum Zeitpunkt seines Wahlkampfs keine Kenntnis von den Planungen des Unternehmens in Frankfurt (Oder). Das Windkraftprojekt sei erst im November 2025 und damit nach der Wahl erstmals öffentlich vorgestellt worden. Der Kontakt zu Enertrag sei über sein Wahlkampfteam zustande gekommen.

Geschrieben von: MK

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