Politik

Neustrukturierung der Stadtverwaltung

today20. Januar 2026 883 13 5

Hintergrund
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Oberbürgermeister Strasser erläutert Gründe für personelle Veränderungen

Nach dem angekündigten Ausscheiden von Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent Claus Junghanns (CDU) aus der Frankfurter Stadtspitze hat sich Oberbürgermeister Dr. Axel Strasser nun erstmals ausführlich zur geplanten Neustrukturierung der Stadtverwaltung geäußert. In einer Pressemitteilung skizziert er sowohl inhaltliche Schwerpunkte als auch seine Vorstellungen zur künftigen Zusammensetzung der Verwaltungsspitze.

Dr. Axel Strasser bei seiner Antrittsrede im Rathaus von Frankfurt (Oder).
© Foto: Matthias Kayales Dr. Axel Strasser bei seiner Antrittsrede im Rathaus von Frankfurt (Oder).

Strasser kündigt an, die Verwaltungsstruktur stärker an fachlichen Prioritäten auszurichten. Künftig sollen insbesondere die Bereiche Wirtschaft und Digitalisierung, Sicherheit, Zivil- und Katastrophenschutz sowie Soziales im Mittelpunkt stehen. Gerade der soziale Bereich werde angesichts des demographischen Wandels weiter an Bedeutung gewinnen. Themen wie Kinderbetreuung, die Sicherstellung der Hausarztversorgung und steigende Sozialkosten seien zentrale Herausforderungen der kommenden Jahre. Ergänzt werde dies durch die Verantwortung für eine nachhaltige Stadtentwicklung.

An der Spitze der Verwaltung soll nach den Vorstellungen des Oberbürgermeisters künftig ein Team stehen, das sich vor allem durch fachliche Kompetenz auszeichnet. „Politische Zugehörigkeiten werden bedacht, haben jedoch nicht Vorrang“, erklärte Strasser. Entscheidend seien vielmehr inhaltliche Expertise, Motivation und neue Impulse. Ziel sei es, gemeinsam mit einem fachlich starken Gremium die anstehenden Aufgaben für die Stadt Frankfurt (Oder) zu bewältigen.

Die Erklärung folgt auf die öffentliche Debatte um das bevorstehende Ende der Amtszeit von Bürgermeister Claus Junghanns, dessen Vertrag im November ausläuft. Junghanns hatte Anfang der Woche in einem persönlichen Video bekannt gemacht, dass er vom Oberbürgermeister nicht für eine zweite Amtszeit vorgeschlagen wird. Während Junghanns betonte, die Entscheidung zu respektieren, äußerte die CDU deutliche Kritik am Vorgehen des Oberbürgermeisters. Unter anderem wurde bemängelt, dass es im Vorfeld keine Gespräche gegeben habe und fachliche Gründe nicht erkennbar seien.

Axel Strasser geht in seiner Stellungnahme auch auf diese Kritik ein. Er verweist darauf, dass es einem kollegialen und fairen Miteinander entspreche, zunächst persönliche Gespräche mit den bisherigen Mitgliedern der Verwaltungsspitze zu führen. Zugleich unterstreicht er seine Verantwortung als Oberbürgermeister, nach Ablauf einer Wahlperiode ein Team zusammenzustellen, dem er das Vertrauen für die kommenden Aufgaben schenken könne. „Dabei ist es nicht ungewöhnlich, neuen, engagierten Personen das Vertrauen zu geben“, so Strasser.

Gleichzeitig dankt der Oberbürgermeister Claus Junghanns ausdrücklich für dessen Engagement und Arbeit in den vergangenen Jahren. Er zeigt sich überzeugt, dass die Zusammenarbeit bis zum Ende der Amtszeit weiterhin professionell und im Interesse der Stadt erfolgen werde.

In die weiteren Entscheidungen sollen nun auch die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung einbezogen werden. Gespräche über die künftige Zusammensetzung der Verwaltungsspitze sollen zeitnah beginnen, sobald entsprechende Termine gefunden sind. Ziel sei es, gemeinsam eine „kompetente, zuverlässige und resiliente Verwaltungsspitze“ zu bilden.

Ein weiteres öffentliches Signal wird für Donnerstag, den 19. Februar, erwartet. Dann will sich Oberbürgermeister Strasser im Rahmen der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung zum aktuellen Stand der Neustrukturierung der Verwaltung äußern. Die Oderwelle wird die Debatte und die weiteren Entscheidungen rund um die personelle Neuaufstellung im Frankfurter Rathaus weiterhin begleiten.

Geschrieben von: MK

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