Brandenburg

ODEG warnt vor Chaos auf der RE1-Strecke – Kritik an geplanter Vollsperrung wächst

today18. Mai 2026 1629 427 5

Hintergrund
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Pendler in Sorge: RE1 droht 2029 monatelang stillzustehen

Die Regionalexpresslinie RE1 zwischen Magdeburg, Berlin und Frankfurt (Oder) bleibt das große Sorgenkind der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH. Bereits bis April seien 13 Prozent der Verbindungen wegen Baustellen ausgefallen, erklärte ODEG-Geschäftsführer Lars Gehrke am Montag bei einem Pressetermin im Bundestag in Berlin. Besonders die Großbaustellen an den Bahnhöfen Berlin-Köpenick und Fangschleuse würden die Zuverlässigkeit der Strecke massiv beeinträchtigen.

Die wirtschaftlichen Folgen für das Unternehmen seien erheblich. Mit den zahlreichen Ausfällen habe man bei Abschluss des Verkehrsvertrages nicht gerechnet, so Gehrke. Die entstehenden Verluste würden durch bestehende Regelungen nur teilweise ausgeglichen. Gleichzeitig stoße auch der Schienenersatzverkehr zunehmend an seine Grenzen. Es gebe schlicht nicht genügend Busunternehmen, um die Vielzahl an Ersatzverkehren dauerhaft abzudecken.

Besonders belastend sei die Situation jedoch für die Fahrgäste. „Keiner unserer Fahrgäste hat damit gerechnet, dass er gefühlt jede zweite Woche auf den Bus umsteigen muss“, sagte Gehrke gegenüber dem Provatsender 91.7 ODERWELLE.

Für zusätzliche Unruhe sorgt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des Brandenburger Linken-Bundestagsabgeordneten Christian Görke. Demnach soll die RE1-Strecke zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) im Jahr 2029 für neun Monate voll gesperrt werden. Görke spricht von einer „Katastrophe für Ostbrandenburg“. Parallel geplante Bauarbeiten auf der Autobahn würden die Lage zusätzlich verschärfen und könnten zu einem Verkehrschaos führen.

Die ODEG fordert deshalb eine Anpassung der bestehenden Verkehrsverträge sowie ein neues Gesamtkonzept für Baustellen und Sanierungen. Gehrke betonte, dass die bisherigen Regelungen aus Zeiten deutlich geringerer Bautätigkeit stammen und den aktuellen Bedingungen nicht mehr gerecht würden.

Den Vorwurf, die Deutsche Bahn wolle mit den Baustellen gezielt einen Wettbewerber ausbremsen, weist die ODEG allerdings zurück. Zwar habe man manchmal den Eindruck, dass Abstimmungen innerhalb des DB-Konzerns schneller liefen als mit externen Unternehmen, grundsätzlich sehe man sich aber nicht diskriminiert.

Christian Görke fordert unterdessen ein Umdenken beim Bund. Aus seiner Sicht müsse geprüft werden, ob trotz Sanierung zumindest ein eingleisiger Betrieb möglich sei – ähnlich wie bei Baustellen in Österreich oder der Schweiz. Außerdem müsse der Bund die zusätzlichen Kosten für Ersatzverkehre übernehmen.

Sollte es tatsächlich zu einer neunmonatigen Vollsperrung kommen, hofft ODEG-Chef Gehrke auf breiten Widerstand aus der Region. Landräte, Bürgermeister und Fahrgäste müssten deutlich machen, dass eine derart lange Unterbrechung nicht akzeptabel sei. Gleichzeitig appellierte er an die Pendler entlang der Strecke, trotz aller Probleme der ODEG treu zu bleiben: „Halten Sie durch – wir müssen es auch.“

Geschrieben von: MK

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