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Sonntagsbrunch

Kati Karney im Sonntagsbrunch: „Die Musik war immer da“

mic91.7 ODERWELLEtoday27. September 2026 317 42 5

Hintergrund
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    Kati Karney im Sonntagsbrunch: „Die Musik war immer da“ 91.7 ODERWELLE


Kati Karney über ESC, The Voice und ihren musikalischen Neustart

Von Frankfurt (Oder) auf die große Bühne – und jetzt wieder zurück ins Rampenlicht: Sängerin Kati Karney war am Sonntag zu Gast im Sonntagsbrunch auf 91.7 ODERWELLE. Zwei Stunden lang sprach sie mit Jacqueline und Matthias live aus der Skylounge 24 über ihre Anfänge, den Eurovision Song Contest 1994, ihren Weg in die Sozialwirtschaft, ihre neue Musik und ihre Teilnahme bei „The Voice of Germany“ 2026.

Es ist ein sonniger Sonntagmorgen über den Dächern von Frankfurt (Oder). In der 24. Etage des Oderturms läuft der Sonntagsbrunch der ODERWELLE – und diesmal ist eine Sängerin zu Gast, deren musikalische Geschichte eng mit Frankfurt (Oder) verbunden ist: Kati Karney.

1994 stand sie als Teil des Trios MeKaDo beim Eurovision Song Contest in Dublin auf der großen europäischen Bühne. Mit „Wir geben ’ne Party“ erreichte die Gruppe den dritten Platz. Mehr als 30 Jahre später steht Kati Karney erneut vor einem großen musikalischen Publikum – diesmal bei „The Voice of Germany“.

Doch zwischen diesen beiden Stationen liegen mehr als drei Jahrzehnte Leben.

Die Musik war nie weg

Gleich zu Beginn des Gesprächs machte Kati Karney deutlich, dass ihre Rückkehr auf die große Bühne für sie kein klassisches Comeback ist. Denn die Musik habe sie eigentlich nie verlassen.

Gesungen habe sie immer – auch dann, wenn es für die Öffentlichkeit kaum sichtbar war. Musik sei für sie ein wichtiger Ausgleich und eine Möglichkeit, Gefühle auszudrücken und Erlebnisse zu verarbeiten.

„Die Musik ist ein großer Teil von mir“, sagte Karney im Sonntagsbrunch. Wenn es ihr gut gehe, singe sie – und wenn es ihr nicht gut gehe, ebenfalls.

Eine wichtige Rolle spielte dabei auch eine persönliche Zäsur in ihrem Leben. Veränderungen und schwierige Situationen in der Familie hätten sie dazu gebracht, sich stärker mit der Frage auseinanderzusetzen, was ihr eigentlich wichtig sei und welchen Dingen sie in ihrem Leben Raum geben wolle.

Dabei sei ihr erneut bewusst geworden, welchen Stellenwert die Musik für sie hat.

Von der Bühne in die Sozialwirtschaft

Kati Karneys Lebensweg verlief nach den großen Bühnenjahren nicht klassisch weiter in Richtung einer dauerhaften Künstlerkarriere.

Sie wurde Mutter, wollte für ihren Sohn ein Zuhause schaffen und entschied sich schließlich für ein Studium der Betriebswirtschaftslehre. Karney stammt aus einer Unternehmerfamilie und beschreibt unternehmerisches Denken und Organisationsentwicklung als einen weiteren wichtigen Teil ihrer Persönlichkeit.

Über eine Stelle als Assistentin des Vorstands führte ihr beruflicher Weg schließlich in die Sozialwirtschaft. Dort übernahm sie Verantwortung, arbeitete viele Jahre als Personalleitung und entwickelte sich weiter bis in Führungspositionen.

Heute ist sie Geschäftsführerin in der Sozialwirtschaft.

Für Karney sind diese beiden Welten allerdings kein Widerspruch. Im Gegenteil: Die Erfahrungen aus ihrem Berufsleben fließen nach ihrer eigenen Einschätzung unmittelbar in ihre Musik ein.

Gerade die Arbeit mit Menschen habe ihr einen tiefen Einblick in unterschiedliche Lebensgeschichten gegeben. Geburt, Familie, Alter, Krankheit, Abschied, persönliche Krisen und neue Lebenswege – all diese Erfahrungen hätten auch ihre eigene Sicht auf das Leben verändert.

„Menschen für Menschen“ – dieser Gedanke zieht sich dabei durch ihre berufliche und musikalische Geschichte.

Besonders wichtig sei ihr, Menschen eine Stimme zu geben, die selbst nicht immer eine Stimme hätten. Musik könne dabei Grenzen überwinden.

Karney erzählte im Gespräch auch von ihren Erfahrungen in Pflegeeinrichtungen. Dort singe sie beispielsweise zu Weihnachten. Gerade für Menschen mit Demenz könne Musik eine besondere Bedeutung haben. Lieder und Texte, die Menschen in ihrer Jugend begleitet haben, blieben häufig lange präsent.

Für Karney zeigt sich darin die besondere Kraft von Musik: Sie verbindet Menschen – unabhängig von Alter, Sprache oder anderen Barrieren.

Jacqueline & Matthias im Gespräch mit Kati Karney
© Foto: Kati Karney Jacqueline & Matthias im Gespräch mit Kati Karney

23 Jahre Musikschule in Frankfurt (Oder)

Dass Kati Karney musikalisch so tief verwurzelt ist, hat auch mit ihrer Ausbildung zu tun.

Bereits mit fünf Jahren begann sie Klavier zu spielen. Ihre Mutter habe zunächst darauf bestanden, dass sie ein Instrument lernt. Eigentlich wollte Karney damals aber vor allem eines: singen.

Mit acht Jahren begann sie zusätzlich mit Gesangsunterricht.

Insgesamt besuchte sie nach eigener Aussage rund 23 Jahre lang die Musikschule in Frankfurt (Oder). Ihre Gesangslehrerin Johanna Schmidt begleitete sie dabei über viele Jahre.

Karney verfügt über eine klassische Gesangsausbildung und studierte zeitweise auch Musik am Konservatorium in München.

Die professionelle Bühne kam anschließend Schritt für Schritt.

MeKaDo und der Eurovision Song Contest 1994

Ein besonderer Schwerpunkt des Sonntagsbrunchs war natürlich die Reise zurück ins Jahr 1994.

Kati Karney war damals 20 Jahre alt, als sie gemeinsam mit Melanie Bender und Kendra Stenzel als MeKaDo Deutschland beim Eurovision Song Contest in Dublin vertrat.

Mit „Wir geben ’ne Party“ erreichte das Trio den dritten Platz.

Für Karney war die Teilnahme eine Mischung aus Aufregung, Druck, Spaß und einer völlig neuen Welt. Dublin war für sie eine der ersten großen internationalen Reisen. Gleichzeitig musste sich das junge Trio auf einen Auftritt vor einem Millionenpublikum vorbereiten.

Vor dem Auftritt habe sich das Trio an den Händen gehalten. Das gemeinsame Singen habe die drei Frauen eng zusammengeschweißt – insbesondere der anspruchsvolle dreistimmige Gesang erforderte eine enorme Abstimmung.

Auch hinter den Kulissen wurde nichts dem Zufall überlassen.

Produzent und Komponist Ralph Siegel habe die drei intensiv auf den Wettbewerb vorbereitet. Dazu gehörten Gesangs- und Choreografietraining, aber auch genaue Vorgaben mit Blick auf Ernährung und die Schonung der Stimme.

Karney spricht bis heute mit großer Anerkennung über Siegel und bezeichnet ihn als einen wichtigen Mentor dieser Zeit.

Anders als heute wurde der Eurovision Song Contest damals noch komplett von Orchester und Band live begleitet. Auch das Dirigat gehörte zum Auftritt.

Wenn sie heute Aufnahmen aus dieser Zeit sehe, müsse sie manchmal schmunzeln. Die 20-jährige Kati empfinde sie heute als „süß“ und „niedlich“. Gleichzeitig habe sie großen Respekt vor der jungen Frau von damals.

Denn eines bewundere sie an ihrem früheren Ich besonders: die Fähigkeit, einfach loszugehen, ohne genau zu wissen, was einen erwartet.

Der Sonntagsbrunch LIVE aus der Skylounge 24 im Oderturm.
© Foto: Matthias Kayales Der Sonntagsbrunch LIVE aus der Skylounge 24 im Oderturm.

Von Vinyl zu Instagram

Auch die technischen und gesellschaftlichen Veränderungen der vergangenen 30 Jahre waren Thema im Gespräch.

Karneys erste Singles erschienen noch auf Vinyl. Heute werden Ausschnitte aus ihrer Musik über Instagram und andere digitale Plattformen verbreitet.

Sie erzählte lachend von jungen Menschen, die teilweise gar nicht mehr wüssten, was eine CD eigentlich ist.

Der Unterschied zwischen 1994 und heute sei aber nicht nur technisch. Damals gab es keine sozialen Medien, keine unmittelbare digitale Reaktion des Publikums und keine ständige Kommunikation mit den Fans.

Heute bekommt Karney direkt Rückmeldungen über Instagram und im Alltag.

Menschen sprechen sie beim Einkaufen an, wünschen ihr viel Glück und sagen ihr, dass sie es großartig finden, dass sie sich noch einmal auf die große Bühne wagt.

„The Voice of Germany“ – eine Bewerbung, die sie selbst gar nicht abgeschickt hätte

Dass Kati Karney 2026 bei „The Voice of Germany“ dabei ist, ist allerdings nicht allein ihre eigene Idee gewesen.

Den entscheidenden Schubs gab ihre Schwägerin.

Karney selbst schaute die Sendung bereits seit Jahren mit Begeisterung. Sie fasziniere, wie viele außergewöhnliche Stimmen dort entdeckt würden. Auch die Liveband und der musikalische Anspruch der Sendung hätten sie angesprochen.

Aber: Selbst beworben hätte sie sich vermutlich nicht.

Ihre Schwägerin Melia übernahm deshalb kurzerhand die Initiative. Sie füllte die Bewerbung aus und drückte schließlich auf „Senden“.

Danach passierte zunächst lange Zeit nichts.

Karney hatte die Bewerbung bereits wieder aus dem Kopf verloren, als schließlich die Nachricht kam: Sie war in der engeren Auswahl für die Blind Auditions.

Für das weitere Vorsingen musste sie aus einer Liste von mehr als 250 Songs zunächst 15 Stück auswählen.

Eine Begegnung mit den Coaches gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Die Vorauswahl erfolgte unter anderem mit der Musikredaktion, Gesangscoaches und der Band.

„Von null auf hundert“

Die Aufzeichnung für „The Voice of Germany“ beschreibt Karney als äußerst intensive Erfahrung.

Obwohl sie bereits 1994 auf einer internationalen Bühne vor einem Millionenpublikum gestanden hatte, sei das Gefühl heute vergleichbar und gleichzeitig völlig anders gewesen.

Mit mehr als 30 Jahren Lebenserfahrung habe sie die Situation anders wahrgenommen.

Vor allem habe sie die Zusammenarbeit mit der Band und die musikalische Vorbereitung genossen.

Über den konkreten Ablauf und das Ergebnis der Sendung darf Karney derzeit nur eingeschränkt sprechen. Entsprechende Verträge und Vertraulichkeitsregeln setzen ihr enge Grenzen.

Einige Details erzählte sie im Sonntagsbrunch dennoch.

So habe sie vor ihrem Auftritt ein Körpermikrofon getragen. Der Tonmann habe sogar ihren Herzschlag hören können – ein ziemlich eindeutiges Zeichen dafür, wie aufgeregt sie in diesem Moment war.

Gedanken wie „Finde ich den richtigen Punkt?“, „Schaffe ich meinen Einstieg?“ oder „Wird meine Stimme zittern?“ gingen ihr unmittelbar vor dem Auftritt durch den Kopf.

Für sie sei es tatsächlich ein Sprung „von null auf hundert“ gewesen.

Neue Songs statt Blick zurück

Parallel zu „The Voice of Germany“ arbeitet Kati Karney an ihrer neuen musikalischen Phase. Eine neue EP ist erschienen beziehungsweise steht im Mittelpunkt ihres aktuellen musikalischen Schaffens.

Dabei geht es nicht darum, die Vergangenheit von 1994 zu wiederholen.

Die neuen Songs erzählen von Beziehungen, Trennung, Verlust, Stärke, Verletzlichkeit, Träumen und neuen Entscheidungen.

Einer der Songs trägt den Titel „Was soll ich dich fragen?“. Im Gespräch mit Jacqueline und Matthias erklärte Karney, dass der Titel aus einer Beziehung entstanden sei, die nicht auf Augenhöhe funktioniert habe.

Ein anderer aktueller Song heißt „Träume“.

Darin geht es um die Kraft, Träume nicht nur zu haben, sondern ihnen auch Raum zu geben. Karney beschreibt den Glauben an die eigenen Visionen als etwas, das sie bereits ihr ganzes Leben begleitet.

„Wenn ich etwas selbst nicht sehe oder die Vision nicht habe, denke ich, kann ich es auch nicht erreichen“, erklärte sie im Sonntagsbrunch.

Auch „Ich will nicht traurig sein“ gehört zu den aktuellen Songs. Darin verarbeitet Karney die Gefühle einer Trennung und die Frage, was nach einer schwierigen Beziehung bleibt.

Was macht für Kati Karney eine gute Sängerin aus?

Zum Ende der zweistündigen Sendung stellten Jacqueline und Matthias Kati Karney noch zehn schnelle Fragen.

Dabei wurde unter anderem klar: Unter der Dusche singt sie am liebsten „I Will Always Love You“ von Whitney Houston.

Zu ihren musikalischen Vorbildern gehören neben Whitney Houston auch Mariah Carey und Christina Aguilera.

Ihr schönstes Bühnenerlebnis bleibt für sie die Zeit mit MeKaDo und der Eurovision Song Contest 1994.

Lampenfieber kennt sie dagegen auch heute noch – nach eigener Aussage sogar stärker als früher.

Und was macht für sie eine gute Sängerin aus?

Nicht allein eine perfekte Stimme. Entscheidend sei vielmehr, etwas zu transportieren, beim Publikum ein Gefühl auszulösen und im besten Fall Gänsehaut und ein Glücksgefühl zu hinterlassen.

„This is now“

Was vor allem aus den zwei Stunden Sonntagsbrunch hängen bleibt, ist ein Satz: „This is now.“

Kati Karney möchte 2026 nicht die Sängerin von 1994 wiederholen.

Sie möchte auch kein altes Kapitel einfach noch einmal aufschlagen.

Ihr geht es darum, mit den Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte heute Musik zu machen.

Beruf, Familie, Verantwortung, persönliche Veränderungen und die vielen Geschichten, die sie im Laufe ihres Lebens kennengelernt hat, gehören dabei genauso zu ihrer musikalischen Identität wie die große Bühne.

Auf die Frage, was 2027 auf ihrem Zettel steht, blieb Karney bewusst im Hier und Jetzt.

Gesund bleiben, dass es ihrer Familie gut geht, ein erfülltes Leben führen – und wieder mehr singen.

Mehr braucht es für den Moment offenbar nicht.

Denn Kati Karney sieht ihre Geschichte nicht als Comeback.

Die Musik war nie weg.

Sie war nur eine Zeit lang weniger sichtbar.

Und jetzt bekommt sie wieder den Raum, den sie verdient.


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