© Foto: Matthias Kayales
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Kleistforum feiert 25 Jahre: Rückblick, Ausblick und die Seele eines Hauses 25 Jahre Kleistforum: Ein Rückblick und Ausblick mit Florian Vogel
Am heutigen Samstag, den 21. März 2026, feiert das Kleistforum in Frankfurt (Oder) sein 25-jähriges Bestehen – ein Jubiläum, das nicht nur das kulturelle Herz der Stadt widerspiegelt, sondern auch die besondere Beziehung zwischen Publikum, Künstlerinnen und Künstlern sowie dem Haus selbst. Für die Oderwelle sprach Reporter Matthias Kayales mit Florian Vogel, dem Künstlerischen Leiter des Kleistforums und mittlerweile auch Geschäftsführer der Messe- und Veranstaltungs-GmbH, über die vergangenen Jahre und die Zukunft des Hauses.

Florian Vogel blickt auf seine zehn Jahre als künstlerischer Leiter zurück und beschreibt die anfänglichen Herausforderungen: „Als ich angefangen habe, war das Haus irgendwie relativ ungeliebt. Wenig Zuschauerinnen und Zuschauer, eine große Wunde, die das geschlossene Gleistheater hinterlassen hatte.“ Das Kleistforum entstand als Nachfolger des ehemaligen Theaters und musste zunächst seine eigene Identität finden. Vogel erinnert sich an seine ersten Erfahrungen in der Stadt: „Ich wollte zum Kleistforum, und der Taxifahrer sagte: ‚Zum Sarkophag?‘ Das hat echt wehgetan. Die schwarze Fassade wirkte wie ein Mahnmal.“
Doch heute hat das Kleistforum das Vertrauen der Frankfurterinnen und Frankfurter gewonnen und sich als bedeutender Kulturort etabliert. „Mittlerweile gehen prominente Schauspielerinnen und Schauspieler ein und aus. Sie kommen gerne, weil sie hier etwas Besonderes erleben: die direkte Begegnung mit dem Publikum und die Möglichkeit, wirklich etwas auf die Bühne zu bringen“, erklärt Vogel.
Anlässlich des 25-jährigen Bestehens findet ein großes Fest im Kleistforum statt. Neben den Bürgerinnen und Bürgern werden auch politische Persönlichkeiten erwartet, darunter Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Frankfurts Oberbürgermeister Axel Strasser (parteilos), sowie viele ehemalige Wegbereiter des Hauses. „Ich bin wirklich ein bisschen aufgeregt, weil so viel Prominenz an einem Ort selten ist. Wir können stolz zurückblicken, aber natürlich müssen wir auch nach vorne schauen“, so Vogel.

Die Feierlichkeiten beginnen um 18 Uhr mit Ansprachen, gefolgt von Begegnungen, Gesprächen, Würstchen, Kartoffelsalat, einer großen Geburtstagstorte und Sekt. Außerdem werden besondere Vorstellungen gezeigt, die das Jubiläum künstlerisch würdigen.
Vogel spricht über die besondere Atmosphäre des Hauses: „Wenn ich nachts allein im Theater bin, spüre ich die Seele dieses Hauses. Es hat einen eigenen Geruch von Theater, Lampenfieber, Emotionen, die uns antreiben.“ Die vergangenen zehn Jahre haben über 50 Premieren hervorgebracht, die das Kleistforum kulturell geprägt haben. Besonders glücklich macht Vogel die unmittelbare Reaktion des Publikums: „Wenn Leute nach der Vorstellung auf mich zukommen und sagen: ‚Danke, dass Sie da sind.‘ Das ist ein unglaubliches Gefühl.“
Neben seiner Rolle als künstlerischer Leiter ist Vogel mittlerweile auch Geschäftsführer der Messe- und Veranstaltungs-GmbH. Dennoch betont er, dass das Theater immer im Mittelpunkt bleibt: „Mein Herz schlägt für das Theater. Wir müssen die verschiedenen Bereiche so aufstellen, dass sie eigenständig funktionieren, aber das Kleistforum muss ein Ort bleiben, der immer spannend ist und sich täglich neu erfindet.“

Zu den persönlichen Höhepunkten zählen die Zusammenarbeit mit Schauspielgrößen wie Boris Aljinovic und Thomas Thieme. Auch etablierte Formate wie der „Blaue Mittwoch“ gehören zu den glücklichen Momenten. Vogel betont die Bedeutung des Publikums und die besondere Verbindung zwischen Bühne und Zuschauern.
Für die kommenden 25 Jahre wünscht sich Vogel vor allem Kontinuität, eine gesicherte Finanzierung und ein neugieriges Publikum: „Wir müssen weiter an diesem Haus arbeiten, Neues schaffen und dennoch die Kontinuität bewahren. Das Kleistforum hat seine Wunde überwunden und kann Theater auch ohne eigenes Ensemble erfolgreich gestalten.“
Florian Vogel abschließend: „Auf die nächsten 25 Jahre – hoffen, Neues zu schaffen und die einzigartige Kultur dieses Hauses weiterzuführen.“