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Schrade im Oderwelle-Sonntagsbrunch: „Jetzt muss wieder Sacharbeit im Mittelpunkt stehen“ 91.7 ODERWELLE
Eine bewegte politische Woche liegt hinter Désirée Schrade (CDU). Erst entschied das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder), dass sie vorläufig wieder Stadtverordnete und Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung ist. Wenige Tage später bestätigte auch die Stadtverordnetenversammlung ihren Einspruch gegen die Entscheidung des Kreiswahlleiters. Am Sonntag war Schrade zu Gast im „Sonntagsbrunch“ mit Jacqueline & Matthias auf dem Frankfurter Stadtradio 91.7 ODERWELLE – live aus der Skylounge 24.
Dabei sprach die Juristin, die seit dem 1. Mai auch die Zentrale Ausländerbehörde in Eisenhüttenstadt leitet, nicht nur über die vergangenen Wochen, sondern auch über die Herausforderungen der Stadtpolitik und ihre Wünsche für Frankfurt (Oder).

Die Diskussion um ihre Wählbarkeit habe sie persönlich stark belastet, berichtete Schrade. Besonders schwierig sei gewesen, dass nicht nur ihre Person, sondern auch ihre familiären Lebensverhältnisse öffentlich diskutiert worden seien. Sie habe sich die Frage stellen müssen, ob sie das ihrer Familie überhaupt zumuten wolle. Trotz des juristischen Erfolgs habe sich der Ausgang des Verfahrens deshalb nicht wie ein persönlicher Sieg angefühlt.
Umso mehr habe sie sich darüber gefreut, dass sie in der Stadtverordnetenversammlung fraktionsübergreifend Unterstützung erfahren habe. Besonders beeindruckt zeigte sie sich vom Oberbürgermeister Axel Strasser (parteilos). Dieser habe ihr noch vor der Sitzung mitgeteilt, dass die Entscheidung des Verwaltungsgerichts seine ursprüngliche Haltung verändert habe. Diesen Sinneswandel bezeichnete Schrade als Größe und zollte ihm dafür Respekt.
Kritischer äußerte sich die CDU-Politikerin dagegen zur Grundsatzrede des Oberbürgermeisters während der Stadtverordnetenversammlung. Solche politischen Erklärungen seien grundsätzlich legitim. Sie sollten jedoch angekündigt werden, damit sich die Stadtverordneten inhaltlich vorbereiten könnten. Außerdem wünsche sie sich nach dem Oberbürgermeisterwahlkampf nun wieder einen sachlichen Umgang miteinander. Mit gegenseitigen Vorwürfen lasse sich die Stadt nicht voranbringen.
Mit Blick auf die kommenden Monate sieht Schrade vor allem eine große Aufgabe: Die Stadt brauche möglichst schnell eine vollständige Verwaltungsspitze. Entscheidend sei aus ihrer Sicht, Persönlichkeiten zu finden, die in der Stadtverordnetenversammlung mehrheitsfähig seien und Vertrauen genössen. Nach ihren Angaben stehen die Fraktions- und Parteispitzen hierzu bereits in engem Austausch. Ziel sei es, dass Frankfurt (Oder) bis zum Jahresende wieder eine vollständig besetzte Verwaltungsspitze habe.

Neben der Politik blieb im Sonntagsbrunch auch Zeit für Persönliches. Schrade sprach über ihre Verbundenheit mit dem Hansestadtfest „Bunter Hering“, das sie in den vergangenen Jahren regelmäßig besucht habe. In diesem Jahr werde sie allerdings fehlen: Die traditionelle Urlaubsreise mit ihrer großen Patchworkfamilie an die Ostsee sei langfristig geplant gewesen und lasse sich nicht verschieben. Ihr Mann werde jedoch das Stadtfest besuchen und ihr anschließend berichten. Im Herzen werde sie trotzdem in Frankfurt (Oder) sein.
Auch bei einem leichteren Thema zeigte sich Schrade offen: Auf die Frage, ob sie beim Yoga in der Kirche mitmachen würde, antwortete sie ohne Zögern mit Ja. Bereits in ihrer früheren Anwaltskanzlei habe gemeinsames Yoga zum betrieblichen Gesundheitsmanagement gehört. Vielleicht, so scherzte sie im Gespräch, wäre Morgengymnastik sogar eine Idee für das Rathaus.
Nach den politischen Turbulenzen der vergangenen Wochen machte Schrade im 91.7 ODERWELLE-Gespräch deutlich, worauf sie den Blick nun richten möchte: auf Zusammenhalt, konstruktive Zusammenarbeit und die Zukunft der Stadt. Denn nach ihrer Überzeugung stehen für Frankfurt (Oder) nun wieder die Sachthemen im Mittelpunkt.