OB-Wahl 2025

René Wilke über die OB-Wahl in Frankfurt (Oder): „Es warten große Herausforderungen“

today22. September 2025 363 42 5

Hintergrund
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Ex-OB und Innenminister mahnt: Frankfurt (Oder) braucht Kontinuität und Zusammenhalt

Im Rahmen der Wahlsondersendung der 91.7 ODERWELLE sprach der ehemalige Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder) und heutige Brandenburger Innenminister René Wilke (parteilos) über die laufende Oberbürgermeisterwahl und die Perspektiven für die Stadt.

„Es war klar, dass ich das Amt nicht auf alle Ewigkeit ausüben kann. Nun haben die Frankfurterinnen und Frankfurter eine Wahlentscheidung zu treffen“, sagte Wilke im ODERWELLE-Interview live aus dem Rathaus. Da keiner der Bewerber im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit erzielen konnte, kommt es in drei Wochen zu einer Stichwahl.

Kontinuität in der Stadtentwicklung gefordert

Als ehemaliger Oberbürgermeister blickt Wilke mit gemischten Gefühlen auf die kommenden Jahre: „Ich hoffe, dass der Pfad, den wir begonnen haben, fortgesetzt wird. Frankfurt hat in den letzten Jahren eine positive Entwicklung genommen – innen wie außen.“ Er verwies auf die Haushaltskonsolidierung, die Quartiersentwicklung in der Booßer Vorstadt und Projekte wie die Sanierung des alten Kinos. „Diese Vorhaben müssen jetzt zu Ende gebracht werden. Dafür braucht es eine starke Verwaltung, die zusammensteht, und eine Stadtgesellschaft, die immer wieder zusammengeführt wird.“

Auch die Stadtverordnetenversammlung müsse in schwierigen Konstellationen handlungsfähig bleiben. „Es sind viele Herausforderungen da, denen der neue Oberbürgermeister gewachsen sein muss“, so Wilke.

Kritik an fehlendem Austausch

Im Interview bemängelte der Innenminister zudem den geringen Austausch mit den OB-Kandidaten. „Bislang ist nur Frau Schrade auf mich zugekommen und hat sich nach Hintergründen erkundigt. Von den anderen habe ich nichts gehört – das finde ich schade“, erklärte Wilke. Dies habe dazu geführt, dass in Wahlforen mitunter falsche Informationen verbreitet worden seien.

Schwierige Konstellationen für die Parteien

Mit Blick auf eine Stichwahl zwischen Wilko Möller (AfD) und Axel Strasser (parteilos) warnte Wilke vor großen Herausforderungen für die Frankfurter Parteien. „Mit Herrn Möller werden die meisten nicht zusammenarbeiten wollen – nicht nur, weil er von der AfD ist, sondern auch wegen seines Benehmens in der Stadtverordnetenversammlung. Er hat immer wieder andere abgeurteilt, war despektierlich und hat Lügen verbreitet.“

Auch Strasser stehe vor Aufgaben, so Wilke: „Sein schwieriges Verhältnis zu Parteien ist ein Punkt, den er klären muss. Ich selbst war lange in der Linken, später parteilos – aber immer für die ganze Stadt da. Man kann in einer Partei sein und gute Arbeit machen, genauso wie ohne Parteibuch.“

Spannung bis zuletzt

Am Wahlabend selbst verfolgte Wilke die Auszählung noch vor Ort im Rathaus. „Es ist ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen. Natürlich bin ich sehr gespannt, wie es ausgeht“, sagte er zum Abschluss.

Geschrieben von: MK

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