Politik

Sozialdezernent Ullrich kritisiert fehlende Wertschätzung und warnt vor Führungsvakuum in der Stadtverwaltung

today2. Juli 2026 2254 155 5

Hintergrund
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Scheidender Dezernent sieht zunehmende Verunsicherung und strukturelle Probleme in der Stadtspitze

In einer deutlich zugespitzten Rede vor der Stadtverordnetenversammlung hat der scheidende Sozialdezernent Jens-Marcel Ullrich (parteilos) grundsätzliche Kritik an der aktuellen Situation in der Stadtverwaltung und im politischen Führungshandeln geäußert.

Ullrich betonte zunächst die Leistungen der Beschäftigten der Stadtverwaltung, die seiner Einschätzung nach „Hervorragendes leisten und in der Vergangenheit geleistet haben“. Gleichzeitig stellte er eine zunehmende Verunsicherung innerhalb der Verwaltung fest. Diese sei nicht allein auf aktuelle Entscheidungen zurückzuführen, sondern habe auch strukturelle und langjährige Ursachen.

Besonders deutlich wurde Ullrich beim Thema Wertschätzung innerhalb der Verwaltungsspitze. Er kritisierte, dass verdiente Mitarbeitende und frühere Verantwortungsträger nach seiner Einschätzung nicht ausreichend gewürdigt würden. Dies habe zu einer angespannten Stimmung innerhalb der Verwaltung beigetragen.

Ullrich warnt vor „Worst-Case-Szenario“

Zudem warnte der Dezernent vor möglichen organisatorischen Risiken durch unklare oder ausstehende Nachbesetzungen in Führungspositionen. In diesem Zusammenhang sprach er von einem möglichen „Worst-Case-Szenario“, sollten zentrale Stellen nicht rechtzeitig besetzt werden. Dies könne die Handlungsfähigkeit der Verwaltung erheblich beeinträchtigen.

Auch persönlich äußerte sich Ullrich zur bevorstehenden beruflichen Veränderung. Zwar habe er ein Angebot für eine Weiterbeschäftigung mit der Möglichkeit eines Wissenstransfers angeboten, dieses sei jedoch nicht angenommen worden. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen erklärte er, eine Verlängerung seiner Tätigkeit nicht mehr in Betracht zu ziehen.

Zum Abschluss seiner Rede betonte Ullrich den Wunsch nach einer verbesserten Zusammenarbeit innerhalb der Stadtverwaltung „zum Wohle der Stadt Frankfurt (Oder)“. Seine Ausführungen verstanden sich ausdrücklich nicht als klassische Abschiedsrede, sondern als politische Einordnung der aktuellen Lage in der Verwaltung kurz vor seinem Ausscheiden.

Geschrieben von: MK

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