OB-Wahl 2025

SPD-Kandidatin Simona Koß scheitert bei OB-Wahl – Linke sprechen von „enttäuschendem Ergebnis“

today22. September 2025 421 61 5

Hintergrund
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SPD-Kandidatin Koß scheitert – Linke hoffen auf demokratische Lösung

Enttäuschung bei der SPD nach dem ersten Wahlgang zur Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt (Oder). Kandidatin Simona Koß, die von der SPD nominiert und zudem von der Partei Die Linke unterstützt wurde, verfehlte deutlich den Einzug in die Stichwahl.

Im Interview mit der 91.7 ODERWELLE erklärte Koß, sie habe im Wahlkampf durchaus gespürt, dass es Vorbehalte gegen ihre Person gab: „Zum Schluss habe ich immer wieder gehört: Sie sind nicht von hier. Ich habe das Angebot gemacht, als Oberbürgermeisterin von außen Verantwortung zu übernehmen. Offenbar war Frankfurt noch nicht reif für eine Oberbürgermeisterin.“

Zudem machte sie eine generelle Politikverdrossenheit verantwortlich: „Wir sehen ja am Ergebnis eines Parteilosen, dass viele Menschen müde von den Parteien sind.“

SPD-Fraktionschef Matthias Steinfurth, der zugleich Landtagsabgeordneter ist, blickte im ODERWELLE-Interview bereits nach vorn: „Wir müssen uns nun in Ruhe überlegen, wie wir mit dem Ergebnis umgehen und wie wir uns für die Stichwahl ausrichten. In der Stadtverordnetenversammlung werden wir unsere Arbeit wie gewohnt fortsetzen. Offensichtlich kann man in Frankfurt auch ohne Konzept und Lösung über 30 Prozent erreichen – mit purem Populismus. Das ist eine Entwicklung, die uns schon seit einiger Zeit Sorgen bereitet.“

Von Seiten der Linken äußerte sich Anja Kreisel, Kreisvorsitzende ihrer Partei, die hinter der Kandidatur von Koß stand: „Natürlich ist das Ergebnis enttäuschend. Wir haben uns bewusst für Simona Koß entschieden, weil sie die Einzige war, die aktiv auf uns zugegangen ist. Ihr Programm hatte viele Schnittmengen mit unseren Positionen. Ich bin froh, dass wir sie unterstützt haben.“ Kreisel betonte, dass die Zusammenarbeit zwischen SPD und Linken in der Stadtverordnetenversammlung auch künftig wichtig sei.

Zur Frage, ob die Linke nun in der Stichwahl den parteilosen Kandidaten Axel Strasser unterstützen werde, wollte sich Kreisel noch nicht festlegen: „Wir werden uns in den kommenden Tagen im Kreisvorstand beraten. Wichtig ist, dass Frankfurt eine demokratische Lösung bekommt.“

Die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters findet in drei Wochen statt. Dort treten der parteilose Kandidat Axel Strasser und AfD-Bewerber Wilko Möller gegeneinander an.

Geschrieben von: MK

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