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Stadtwerke kritisieren Vergabe der städtischen Stromlieferverträge an externen Anbieter

today2. September 2026 5935 648 5

Hintergrund
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    Stadtwerke kritisieren Vergabe der städtischen Stromlieferverträge an externen Anbieter MK

Stadtwerke sehen Gefahr für regionale Wertschöpfung

Die Stadtwerke Frankfurt (Oder) kritisieren die Entscheidung der Stadt Frankfurt (Oder), die Stromversorgung ihrer sämtlichen städtischen Liegenschaften ab 2027 für vier Jahre an einen überregionalen Anbieter aus Nordrhein-Westfalen zu vergeben. Nach Angaben der Stadtwerke handelt es sich um einen Online-Energielieferanten aus Euskirchen-Kuchenheim bei Köln.

In einem Statement zeigen sich die Stadtwerke „bestürzt“ und bedauern die Entscheidung nach eigenen Angaben zutiefst. Die Stadt Frankfurt (Oder) sei seit mehr als 30 Jahren nicht nur der größte Kunde des kommunalen Energieversorgers, sondern auch ein wichtiger Ankerkunde für dessen Geschäftsmodell und die regionale Ausrichtung gewesen.

Das neu gestaltete Kundencenter der Stadtwerke Frankfurt (Oder)
© Foto: Stadtwerke Frankfurt (Oder) Das neu gestaltete Kundencenter der Stadtwerke Frankfurt (Oder)

Die Vergabe an einen externen Anbieter sei deshalb ein „gravierender Einschnitt“, heißt es weiter. Die Stadtwerke stellen dabei auch die Frage, ob die Entscheidung ausreichend im Sinne des kommunalen Eigeninteresses getroffen worden sei.

Nach Darstellung der Stadtwerke war ihr eigenes Angebot für die Stromlieferung marktgerecht, transparent und an den tatsächlichen Beschaffungskosten orientiert. Das günstigere Angebot des externen Anbieters erfülle zwar möglicherweise die Anforderungen eines anonymen Markttests. Gleichzeitig äußern die Stadtwerke den Verdacht, dass bei solchen Angeboten auch sogenannte Lockvogelangebote eine Rolle spielen könnten. Belege für diesen Vorwurf nennen sie in ihrem Statement allerdings nicht.

Die Stadtwerke sehen in der Entscheidung nicht nur einen wirtschaftlichen Nachteil für das eigene Unternehmen. Aus ihrer Sicht geht es auch um die Frage, welche Bedeutung die regionale Verankerung bei der Energieversorgung öffentlicher Einrichtungen künftig haben soll.

Als kommunales Unternehmen mit mehrheitlicher Beteiligung der Stadt seien die Stadtwerke kein beliebiger Energiedienstleister. Gerade mit Blick auf Energiewende, Netzausbau und Versorgungssicherheit komme der lokalen Infrastruktur und Expertise eine besondere Bedeutung zu.

Die Homepage der Stadtwerke Frankfurt (Oder) www.stadtwerke-ffo.de
© Foto: FF24.NEWS / Matthias Kayales Die Homepage der Stadtwerke Frankfurt (Oder) www.stadtwerke-ffo.de

Die Stadtwerke verweisen darauf, dass sie die örtlichen Netze, die Bausubstanz und die Anforderungen der städtischen Liegenschaften genau kennen. Investitionen in die Infrastruktur und die dafür eingesetzten finanziellen Mittel blieben zudem in der Region. Auch die Beschäftigten und die Wertschöpfung des Unternehmens seien Teil dieser lokalen Struktur.

Durch die Vergabe der Stromlieferverträge werden nach Einschätzung der Stadtwerke in den kommenden vier Jahren „nicht unerhebliche Mittel“ aus dem städtischen Haushalt an den Anbieter in Euskirchen-Kuchenheim fließen. Wie hoch der konkrete Auftragswert ist, geht aus dem Statement der Stadtwerke nicht hervor.

Der Energieversorger betont zugleich, seine eigenen Strukturen und Angebote kontinuierlich weiterzuentwickeln. Man wolle den Kunden und Partnern auch künftig den bestmöglichen Service bieten.

Die Stadtwerke richten nun den Blick auf die Stadtverwaltung. Diese müsse aus ihrer Sicht die langfristigen Vorteile einer Zusammenarbeit mit dem kommunalen Energieversorger kritisch hinterfragen.

Auswirkungen könnte die Entscheidung nach Angaben der Stadtwerke auch auf deren Engagement für die Stadt haben. Das bisherige Sponsoring städtischer Projekte werde man „neu denken müssen“, heißt es abschließend.

Die Stadt selbst hat sich zu den Vorwürfen der Stadtwerke in dem vorliegenden Statement nicht geäußert. Insbesondere ist damit offen, nach welchen konkreten Kriterien die Vergabe erfolgte, wie groß der Preisunterschied zwischen den Angeboten war und wie die Stadt die Kritik an der regionalen Wertschöpfung bewertet.

Geschrieben von: MK

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