Brandenburger Bibliotheken haben wieder Besucher

Mit dem Ende der meisten Corona-Maßnahmen kommen wieder mehr Menschen in die Brandenburger Bibliotheken. Die Online-Ausleihe geht dagegen leicht zurück. Besonders bei Kindern liegen moderne Medien im Trend.

Nach dem Wegfall der meisten Corona-Maßnahmen füllen sich die Bibliotheken in Brandenburg wieder mit lesebegeisterten Nutzerinnen und Nutzern. Während der corona-bedingten Schließzeit stiegen viele Menschen auf die «Onleihe» um, mit der sie E-Books, Filme oder Musik über das Internet ausleihen konnten, wie Cornelia Stabrodt, Vorsitzende des Bibliotheksverbands Brandenburg, sagt. Nun sei aber landesweit zu beobachten, dass «die Menschen den Ort Bibliothek wieder aufsuchen und ein Buch in die Hand nehmen».

Zwar habe die Nutzung von Online-Angeboten während der Pandemie zugenommen, jetzt gehe der Trend aber wieder leicht zurück, sagt Stabrodt. Nach wie vor seien Online-Angebote keine Konkurrenz zu Printmedien. Diese Einschätzung bestätigt auch die Stadt- und Regionalbibliothek in Frankfurt (Oder).

«Die Menschen kommen wieder, seitdem die Beschränkungen gefallen sind», sagt Gunhild Genzmer. Zuletzt habe der Wegfall der Maskenpflicht diesem Trend einen Schub gegeben. Erfreulich sei, dass auch Kinder wieder in die Bibliothek zurückkehrten. «Unsere Kinderbibliothek wird regelrecht überrannt.»

Ein Grund für die gestiegene Nachfrage von Kindern ist nach Ansicht des Landesverbands und der Stadt- und Regionalbibliothek Frankfurt (Oder) auch, dass die Bibliotheken auf den veränderten Medienkonsum der Kinder reagiert hätten. Der große Trend seien beispielsweise «Tonieboxen», eine Art Hörbuch für Kinder, bei dem eine kleine Spielfigur eine Geschichte erzähle, sagen Stabrodt und Genzmer.

Bei den Erwachsenen liegen nach Angaben von Stabrodt Krimis weiter im Trend, unter anderem von Nele Neuhaus oder Jussi Adler-Ohlsen. Gern gelesen würden auch die Tagebücher des 2016 gestorbenen Schauspielers Manfred Krug.

Sachbücher seien ebenfalls weiter gefragt, beispielsweise über den Klimawandel oder «Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit», ein Buch der Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim, das sich mit populären wissenschaftlichen Streitfragen auseinandersetzt.