Musikfesttage an der Oder starten

Sandmalerin Alla Denisova

Am Samstag, den 28. Mai beginnen in Frankfurt die diesjährigen Musikfesttage an Oder. Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause bietet das größte Musikfestival Ostbrandenburgs eine spannende musikalische Mischung. Sie reicht von Richard Wagners „Ring“ als Sandtheater mit großem Orchester über musikalisch-literarische Lesungen mit den bekannten Schauspielern Dominique Horwitz und Stephan Schad bis zur Open-Air-Aufführung von Carl Orffs „Carmina Burana“.

Musikfesttage an der Oder vom 28. Mai bis 12. Juni 2022

Richard Wagners „Ring“ als Sandtheater, Mozarts Requiem, die „Kreutzersonate“ mit Dominique Horwitz, Musik von Maurice Ravel und Carl Orffs „Carmina Burana“ an einem ungewöhnlichen Ort: mit einem vielfarbigen Programm von großer Orchestermusik bis zu intimeren Konzerten und musikalisch-literarischen Collagen präsentieren sich Ende Mai, Anfang Juni die „Musikfesttage an der Oder“ in Frankfurt.

Am 28. Mai, 17 Uhr, eröffnet das Orchester der Philharmonie Poznań das Festival in der Frankfurter Konzerthalle. Dieses Konzert schlägt eine Brücke zwischen Deutschland, Polen und Europa. Zu hören ist Karol Szymanowskis von mitreißenden Elementen polnischer Folklore inspirierte „Symphonie concertante“, Musik von Xaver Scharwenka und Feliks Nowowiejski, in der sich deutsche und polnische Musiktraditionen vereinen.

Cellist Bartosz Koziak
© Foto: Marcin Koszalka Cellist Bartosz Koziak

Zu Nowowiejskis eindrücklichsten Instrumentalwerken gehört sein 1938 während seiner Posener Jahre entstandenes Cellokonzert, das die Poznańer Philharmoniker beim Eröffnungskonzert mit Bartosz Koziak spielen werden. Der international mehrfach ausgezeichnete Cellist gastiert als gefragter Interpret an den bekanntesten Konzerthäusern Europas.

Die norwegische Altistin Julie-Marie Sundal

Am 29. Mai ist ebenfalls in der Konzerthalle die norwegische Altistin Julie-Marie Sundal zu erleben, die gerade an gleicher Stelle bei der großen Aufführung von Mahlers 3. Sinfonie gefeiert wurde. Bei den Musikfesttagen singt sie in Mozarts „Requiem“. Das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt (BSOF) führt dieses Meisterwerk unter der Leitung von GMD Jörg-Peter Weigle auf.

Ein Höhepunkt des Festivals dürfte die Premiere von „Wagners Ring ohne Worte“ mit den Berliner Sandartisten und dem von Jörg-Peter Weigle dirigierten BSOF sein. Bei dieser Konzertshow werden die Motive des monumentalen Opern-Zyklus mit der faszinierenden und bildgewaltigen Kunst der Sandmalerei verbunden. Das Ergebnis ist ein „Ring“, wie er noch nie gezeigt wurde: Reduziert auf seine musikalischen Höhepunkte, zu denen die Geschichte um Macht und Liebe, Treue und Verrat, Gewalt und Gerechtigkeit live in Bildern aus Sand vor den Augen der Zuschauerinnen und Zuschauer entsteht. „Wagners Ring ohne Worte“ ist eine Kooperation von Kleist Forum und Brandenburgischem Staatsorchester Frankfurt.

Harfenist Joel von Lerber

Am 10. Juni lädt das BSOF zu einem besonders temperamentvollen philharmonischen Konzert ein. Neben Ravels „Boléro“ und Musik von Manuel de Falla spielt es Joaquin Rodrigos „Concierto Serenata“ für Harfe und Orchester. Den Solopart interpretiert einer der Top-Harfenisten Europas: Joel von Lerber.

Am 11. Juni liest Dominique Horwitz Leo Tolstois „Kreutzersonate“ im Kleist Forum. Begleitet wird der bekannte Schauspieler von Edouard Tachalow (Violine) und Rosa Chlebnikova (Klavier). Sie lassen jene Sonate Beethovens erklingen, der in der Erzählung eine tragische Rolle zukommt.

Ein Tag voller Musik wird der 12. Juni. Er beginnt mit einer Sonntagsmatinee des Genuis-Quartetts des BSOF. Es widmet sich Bedřich Smetanas berühmtem Streichquartett „Aus meinem Leben“ und Johannes Brahms Klarinettenquintett. Begleitet wird es dabei von dem Klarinettisten Sebastian Schneider. In „Picasso – Ein Jahrhundertkünstler“ nähert sich der Schauspieler Stephan Schad um 15 Uhr mit einer literarisch-musikalischen Collage im Kleist Forum den tausend Gesichtern dieses Genies. Ihm zur Seite stehen Giovanni Weiss, einer der erfolgreichsten Jazzgitarristen Deutschlands und zweifacher Echo-Preisträger, die französische Flamenco-Gitarristin Gaëlle Solal und Giorgi Kiknadze am Kontrabass.

Ein stimmgewaltiges Finale erleben die Musikfesttage am Abend des 12. Juni mit der Aufführung von Carl Orffs „Carmina Burana“. Gesungen werden die „Lieder aus Benediktbeuern“ open air auf dem obersten Parkdeck des Parkhauses der Lenné-Passagen vom Großen Chor und dem Knabenchor der Singakademie Frankfurt unter der Leitung von Rudolf Tiersch.

Die Musikfesttage an der Oder haben sich in den vergangenen Jahrzehnten als eines der größten und wichtigsten Musikfestivals in der deutsch-polnischen Grenzregion behauptet. Zum ersten Mal finden sie in diesem Jahr in den Sommermonaten statt – und nicht wie bisher von Ende Februar bis Mitte März. Die Veranstalter – das Frankfurter Kleist Forum und das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt – sind damit den Wünschen des Publikums nachgekommen.

Ausführliche Informationen unter: www.musikfesttage.de