Fünf Tote in Königs Wusterhausen – Familienvater soll Täter sein

Eine Familie wird ausgelöscht: Mutter, Vater, drei Kinder. Der Mann soll verantwortlich sein – er ist selbst unter den Toten. Der Grund für die Tat: bislang unklar.

Nach der Entdeckung von fünf Toten am Samstag in einem Einfamilienhaus in Königs Wusterhausen gilt der Familienvater laut Ermittlern als Täter. Der Mann habe Suizid begangen, ergaben Ermittlungen, über die am Montag Polizei und Staatsanwaltschaft Cottbus in einer Pressemitteilung informierten. Ein Abschiedsbrief weise auf den 40-Jährigen. Auch fanden sich keine Anzeichen für ein gewaltsames Eindringen, für Kampfspuren oder für die Anwesenheit Dritter zur Tatzeit. Der Familienvater soll seine Frau, ebenfalls 40 Jahre alt, und seine drei Kinder im Alter von vier, acht und zehn Jahren getötet haben.

Die Leichen waren am Samstagnachmittag in dem Haus entdeckt worden. Anwohner hatten die Polizei alarmiert. Bei der Spurensuche sei dann eine Schusswaffe entdeckt worden, die als Tatwaffe in Betracht kommen könnte, hieß es. Sie habe sich an einer Stelle befunden, die zum wahrscheinlichen Ablauf des Geschehens passe. Über einen Waffenschein verfügten nach den Erkenntnissen weder der Mann noch seine Ehefrau. Zum Inhalt des gefundenen Briefes wurden keine Angaben gemacht.

«Diese Tragödie lässt mich fassungslos zurück», sagte die Bürgermeisterin von Königs Wusterhausen, Michaela Wiezorek. Ihr tiefstes Mitgefühl gehöre zuallererst den Angehörigen, Freunden und Bekannten. Sie denke aber auch an alle Einsatzkräfte, die vor Ort ihre Aufgaben erfüllt hätten und nun dieses Geschehen verarbeiten müssten, sagte sie.

Ein Seelsorgezentrum sei eingerichtet worden. «Wir werden mit den Einrichtungen, die die drei Kinder besuchten, sprechen», kündigte Wiezorek an. Sowohl den Kindern dort als auch Betreuerinnen und Betreuern werde professionelle Hilfe angeboten, um diesen furchtbaren Verlust verarbeiten zu können.

Bei der Untersuchung durch Polizei und Staatsanwaltschaft gehe es um Schmauchspuren und Projektile. Voraussichtlich werde dies bis Mittwoch dauern. Die Ermittlungen laufen über eine Mordkommission und die Staatsanwaltschaft Cottbus.

HINWEIS DER REDAKTION: In der Regel halten wir uns bei Selbsttötungen oder Suizidversuchen an den Pressekodex, der besondere Zurückhaltung gebietet. Dies gilt insbesondere für die Nennung von Namen, die Veröffentlichung von Fotos und die Schilderung näherer Begleitumstände. Außer die Tat erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Benötigst Du selber Hilfe, scheue Dich nicht davor, professionelle Unterstützung von Seelsorgern anzunehmen, die Dir einen Ausweg aus schwierigen Situationen zeigen.

Wende Dich beispielsweise an:

– Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention
www.suizidprophylaxe.de

– TelefonSeelsorge
0800 /111 0 111 (kostenfrei)