Fischsterben in der Oder – Umweltminister kritisiert polnische Behörden

Der Brandenburgische Umweltminister Axel Vogel

Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Grüne) hat zuständige Behörden in Polen wegen fehlender Informationen über das Fischsterben in der Oder kritisiert.

Man habe zwar Kontakt mit der polnischen Seite, sagte Vogel am Donnerstag gegenüber dem rbb, allerdings sei man über die Ereignisse in Opole, die offenbar am 27. oder 28. Juli stattgefunden hätten, bisher nicht offiziell informiert worden. Man wisse «nur von Dritten und aus Medien, dass in größerem Umfang Lösungsmittel freigesetzt wurden, die möglicherweise für das Fischsterben mitverantwortlich» seien, sage der Minister. «Es ist festzustellen, dass die vereinbarten Meldewege nicht eingehalten wurden und wir deswegen auch viele Informationen nicht haben, die wir hätten haben sollen.»

Mysteriöses Fischsterben in der Oder
© Foto: Matthias Kayales Mysteriöses Fischsterben in der Oder

In jedem Fall sei es eine seltsame Erscheinung, dass der Sauerstoffgehalt in der Oder in den vergangenen Tagen trotz der hohen Temperaturen merklich gestiegen sei, sagte Vogel. «Das spricht dafür, dass Stoffe abgegeben wurden, die diesen Effekt herbeigeführt haben und möglicherweise als Nebeneffekt dieses Fischsterben ausgelöst haben.»

Der Umweltminister geht davon aus, dass das Landeslabor spätestens am Wochenende Ergebnisse von Proben-Untersuchungen vorlegen werde. Die Analyse, um welche Stoffe es sich handele, sei ausgesprochen kompliziert. Außerdem werde geprüft, ob Ausbaggerungen auf polnischer Seite oder die Einleitung ungeklärter Abwässer eine Rolle gespielt hätten.