Stadt Frankfurt prüft Notfallhallen für Blackout

Blackout in Frankfurt (Oder)?

Bürger sorgen sich vor einem Stromausfall im kommenden Winter. Fachleute beruhigen, doch Kommunen wollen sich zumindest wappnen. Für den Notfall soll es auch Versorgungshallen geben.

Die Stadt Potsdam bereitet sich in der Energiekrise auf die Gefahr eines Stromausfalls vor und richtet Notfallhallen ein. Das teilte die Verwaltung der brandenburgischen Landeshauptstadt auf Anfrage mit. Die Oderstadt Frankfurt etwa prüft derzeit noch, ob Wärmehallen sinnvoll sind – auch da nicht klar sei, wie sich in den kommenden Monaten die Corona-Zahlen entwickelten, hieß es. Auch viele andere Kommunen wollen sich auf Ausfälle bei der Energieversorgung vorbereiten. Experten halten großflächige Stromausfälle in der Art eines Blackouts allerdings für unwahrscheinlich.

Aktuell sind in Potsdam vier Sporthallen in verschiedenen Teilen der Stadt als Anlaufpunkte bei Stromausfällen vorgesehen, wie Sprecherin Christine Homann mitteilte. Dort soll die Versorgung zum Beispiel über Notstromaggregate sichergestellt werden. Auch mit Kliniken und Einrichtungen im Sozial- und Pflegebereich würden Notfallpläne abgestimmt. Zudem sucht die Stadt mehr Personal für die Verwaltung, vor allem um mehr Anträge etwa beim Wohngeld schnell bearbeiten zu können. Ab Anfang November gebe es zwölf neue Stellen, hieß es.

Wie die Stadt Frankfurt (Oder) mitteilte, wägen die Behörden ab, ob Wärmepunkte oder Wärmehallen sinnvoll sind. Dabei spiele die Bewertung der Corona-Entwicklung im Herbst und Winter eine entscheidende Rolle. «Die Stadt wägt gegenwärtig ab, inwieweit sich genannte Wärmehallen zu Hotspots der Virusausbreitung entwickeln könnten.» Zudem seien Sporthallen, Kultureinrichtungen und Messehallen ausschließlich auch mit Gas beziehungsweise Fernwärme versorgt.

Auf einen Ernstfall, sollte es tatsächlich Ausfälle bei der Energieversorgung geben, bereitet sich der Stadt Frankfurt zufolge der Katastrophenschutz vor. Allerdings gebe es einen Mangel bei der Ausstattung. Es fehlten etwa Notstromaggregate, Feldbetten oder Decken.

In Berlin soll es für Menschen, die besonders von der Energiekrise betroffen sind, ein sogenanntes Netzwerk der Wärme geben. Geplant ist ein Netz aus «Wärmepunkten» – das können laut Sozialverwaltung Begegnungsstätten sein, Kantinen, Museen oder Bibliotheken, in denen sich Menschen aufhalten und treffen können. Dabei gehe es zuerst um menschliche Wärme. Es sei nicht daran gedacht, Wärmehallen zum Aufenthalt im Winter anzubieten.

© 91.7 ODERWELLE mit Material von dpa