Melonen stammen aus wärmeren Gefilden im Süden. Aber auch in Brandenburg wächst die süße Sommerfrucht. Ein Landwirt aus dem Kreis Oberhavel macht trotz widriger Wetterbedingungen mitunter kapitale Ernte.

Zu niedrige Temperaturen im Frühling und zu wenig Sonne im Sommer drücken auf die Erträge bei der Melonen-Ernte in Brandenburg. «Statt wie im Vorjahr mit 20 Tonnen rechne ich nur mit einem Ertrag von 16 bis 17 Tonnen», sagt der als «Melonenmann» bekannt gewordene Attila Puszti. Er gilt als der einzige gewerbsmäßige Melonenanbauer im Land. Gut die Hälfte der Früchte sei auf seinem 2000 Quadratmeter Feld bei Velten (Landkreis Oberhavel) mittlerweile geerntet.

Wie Puszti sagt, sind im Frühjahr 2000 der 5000 in den Boden gesetzten Jungpflanzen erfroren. Im Sommer habe es dann in der Reifezeit an Sonne gefehlt. Der Melonenanbau ist in Deutschland ein Nischenzweig. Nach Angaben von Joerg Hilbers vom Zentralverband Gartenbau gibt es in Süddeutschland einige wenige Betriebe, die die Früchte anbauen. «Die Flächen sind eher kleiner, maximal 10 Hektar groß», sagt Hilbers. Bislang sei der Anbau eine eher unwirtschaftliche Kultur.

Der gebürtige Ungar Puszti, der früher in einer Bäckerei arbeitete, ist wie die meisten Kollegen aus Süddeutschland Direktvermarkter. Einige seiner geernteten Kolosse bringen trotz der widrigen Wetterbedingungen bis zu 18 Kilogramm auf die Waage.

Das Bundesamt für Statistik hat keine Angaben zur jährlichen Menge, die in Deutschland geerntet wird. Die meisten der hierzulande verzehrten Früchte kommen den Statistikern zufolge aus Spanien mit pro Jahr etwa 290 000 Tonnen, gefolgt von Italien mit 102 000 Tonnen.