Warnstreik bei Easyjet in Schönefeld – 20 Flüge fallen aus

Seit dem frühen Freitagmorgen haben Warnstreiks die Flüge der Linie Easyjet am Flughafen in Schönefeld beeinträchtigt. «Die ersten Flüge sind ausgefallen», sagte Verdi-Verhandlungsführer Holger Rößler am Freitag. Laut Easyjet sollten am Morgen rund 20 Flüge gestrichen werden. Der Großteil des übrigen Flugplans mit rund 130 Flügen von und nach Schönefeld sollte hingegen aufrecht erhalten bleiben.

Die Gewerkschaft hatte rund 450 Kabinen-Beschäftigte von Easyjet aufgerufen, am BER Standort zwischen 5 Uhr und 10 Uhr die Arbeit niederzulegen. Nach Angaben des Flughafens im Internet fielen etwa frühe Flüge nach Nizza, Mallorca, Amsterdam, Malaga, Kopenhagen und London aus. Vereinzelte Easyjet-Flüge konnten morgens starten, weil Ersatz-Personal eingesetzt wurde. Den Kunden hatte Easyjet geraten, sich über den Status ihrer Flüge im Internet zu informieren, bevor sie sich auf den Weg zum Flughafen machen.

Verdi will ihren Forderungen in der laufenden Tarifrunde Nachdruck verleihen. Die Gewerkschaft fordert eine um mindestens fünf Prozent höhere Bezahlung sowie eine Einmalzahlung bei einer Laufzeit bis Ende dieses Jahres.

«Wir erwarten von dem Unternehmen ein verhandlungsfähiges Angebot», sagte der Verdi-Sprecher. Seit der letzten Verhandlungsrunde Mitte Mai habe sich nichts getan. «Die exorbitant gestiegenen Preise sowie die große Mehrbelastung an Bord wegen der chaotischen Restart-Phase der ganzen Branche zeigen, dass unsere Forderungen mehr als berechtigt sind.»

Easyjet kritisierte die Warnstreiks. «Wir sind äußerst enttäuscht über diese Aktion in dieser für die Branche kritischen Zeit», so eine Firmensprecherin. «Wir haben bis zuletzt gehofft, dass die Gewerkschaft die Aktion nicht durchführt und stattdessen mit Easyjet das Gespräch sucht.»