Filmvorführungen, Lesungen, Gespräche und Workshops: An diesem Donnerstag beginnen in unserer Oderstadt die diesjährigen Kleist-Festtage. Unter dem Motto «Alles andere als Kleist?» lädt das Kleist-Museum elf Tage lang zu Veranstaltungen ein, wie die Einrichtung am Montag mitteilte. Geplant sind demnach unter anderem eine szenische Lesung und ein Gespräch mit der Regisseurin Sapir Heller unter dem Titel «Gott Vater Einzeltäter – Operation Kleist». Zudem findet eine wissenschaftliche Tagung zu Heinrich Zschokke (1777 – 1848) – einem Freund Heinrich von Kleists – statt. Er verfasste unter anderem die Erzählung «Der zerbrochene Krug», Kleist machte aus dem Stoff sein gleichnamiges, bekanntes Lustspiel.

Eine Sonderausstellung zeigt zudem Zschokkes Aufenthalt in Frankfurt (Oder) und seine Künstler-Freundschaft zu Heinrich von Kleist, von der Zschokke 1846 meinte: «Kleist war eine der schönen Erscheinungen im Leben für mich, die man ihres Selbstes willen liebt und nie zu lieben aufhört.»

Höhepunkt der Festtage ist die Verleihung des Kleist-Förderpreises für Junge Dramatikerinnen und Dramatiker. In diesem Jahr geht er an Ivana Sokola für ihr Stück «Kill Baby». Die offizielle Preisverleihung findet zur Eröffnung der Festtage am 30. September statt. Das prämierte Stück der Dramatikerin wird an diesem Abend erstmals in Frankfurt (Oder) gezeigt.

Sokola erzählt in ihrem Werk von einer Familie, die in einem Hochhaus gestrandet ist – drei Frauen unterschiedlicher Herkunft und kultureller Identität, drei Generationen leben auf engstem Raum. Sie gehe poetisch und verdichtet mit Sprache um, ihre Bilder seien eindringlich und sinnlich, hatte die Jury die Verleihung des Preises begründet.

Der Preis wird seit 1996 jährlich von der Stadt Frankfurt (Oder), dem Kleist Forum und der Dramaturgischen Gesellschaft vergeben. Er gilt als Wegbereiter vieler Autorinnen und Autoren.