Kompromiss bahnt sich an für Corona-Regeln

Das Kabinett in Brandenburg entscheidet am Donnerstag über den Kurs bei den Corona-Regeln. Die CDU dringt auf mehr Lockerungen, die Grünen wollen Vorsicht walten lassen. Es gibt Signale der Annäherung.

Im Streit über die Lockerung von Corona-Beschränkungen bahnt sich in der rot-schwarz-grünen Koalition in Brandenburg ein Kompromiss an. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur würde demnach die 3G-Regel bei körpernahen Dienstleitungen wie Friseuren und in Hotels fallen. Die Maskenpflicht in Schulen sowie die 3G-Regel in Gaststätten würden weiter gelten – mit Zutritt nur für geimpfte und genesene Gäste oder solche mit negativem Test. Das Kabinett will am frühen Donnerstagvormittag über die neue Verordnung entscheiden.

Die CDU hatte eine Abschaffung der Maskenpflicht in Schulen und Lockerungen für Gaststätten und Hotels gefordert. Die Grünen mahnen zu Vorsicht. Ein Entwurf aus der Landesregierung sah vor, die gültigen Beschränkungen wegen der weiter hohen Zahl neuer Infektionen zunächst beizubehalten.

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Ansteckungen bleibt in Brandenburg auf hohem Niveau. Landesweit steckten sich pro 100 000 Einwohner rechnerisch 1554,2 Menschen neu an, wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte. Am Vortag lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 1566,9 und vor einer Woche bei 1435,1. Brandenburg liegt unter dem Bundesdurchschnitt, der mit 1607,1 laut RKI einen neuen Höchstwert erreichte.

Die Landesärztekammer und die Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg (LKB) forderten, die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie über den 20. März – also diesen Sonntag – hinaus aufrechtzuerhalten. «Angesichts der in den letzten Tagen ständig weiter steigenden Fallzahlen auf neue Höchstwerte gibt es überhaupt keinen Anlass, ausgerechnet jetzt die Schutzmaßnahmen abzuschaffen», sagte der Präsident der Landesärztekammer, Frank-Ullrich Schulz. Der Vorsitzende der LKB, Detlef Troppens, verwies darauf, dass in den Krankenhäusern jeden Tag 800 Patienten mit Covid-19 behandelt würden und es noch immer viel zu viele Todesfälle gebe. Daher sei es nicht sinnvoll, auf geeignete Schutzmaßnahmen zu verzichten.

Die Lage in den Krankenhäusern entspannte sich laut Statistik leicht. Die Zahl neuer Krankenhauspatienten mit Covid-19 je 100 000 Einwohner in einer Woche lag am Mittwoch bei 6,6, nach 7,7 am Dienstag. Der Anteil der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten lag mit 10,1 Prozent wie an den Vortagen knapp im gelben Bereich. Aktuell werden 800 Menschen mit einer Covid-Erkrankung im Krankenhaus behandelt – 74 von ihnen auf Intensivstationen.