Rund zwei Millionen Brandenburger zur Wahl aufgerufen

In Brandenburg sind rund zwei Millionen Wahlberechtigte seit Sonntagmorgen aufgerufen, ihre Stimmen zur Bundestagswahl abzugeben. Es habe in Zusammenhang mit der Stimmabgabe keine besonderen Vorkommnisse gegeben, sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage. Gerechnet wird mit einem großen Anteil von Briefwählern.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz appellierte an die Bürger noch einmal, für ein starkes Ergebnis der SPD zur Wahl zu gehen. «Damit die Bürgerinnen und Bürger mir den Auftrag geben, der nächste Kanzler der Bundesrepublik Deutschland zu werden», sagte er in Potsdam nach der Stimmabgabe mit seiner Frau Britta Ernst, der Brandenburger Bildungsministerin. Er hoffe, dass die Menschen ihre Stimme abgeben und damit möglich machen, «was sich abgezeichnet hat, dass es ein sehr starkes Ergebnis gibt», sagte Scholz.

Scholz bewirbt sich im Wahlkreis Potsdam um ein Direktmandat. Dort tritt auch die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock als Direktkandidatin an. Sie wollte mittags ihre Stimme abgeben.

Auch die Ex-Landesvorsitzende der CDU, Saskia Ludwig, die frühere FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg und der Linke-Bundestagsabgeordnete Norbert Müller bewerben sich.

Zur Bundestagswahl sind in Brandenburg die Landeslisten von 19 Parteien zugelassen, es gibt 10 Wahlkreise und 3011 Wahllokale.

Bei der Sonntagsfrage zur Bundestagswahl im Brandenburg-Trend von Infratest dimap für den rbb lag die SPD Anfang September mit 29 Prozent vorn. Dahinter kamen AfD (18 Prozent), CDU (15 Prozent), Linke (11 Prozent), Grüne und FDP (je 9 Prozent) und Freie Wähler (4 Prozent).

Vor vier Jahren holte die CDU 26,7 Prozent der Zweitstimmen in Brandenburg, gefolgt von der AfD mit 20,2 Prozent. Die SPD, die seit 1990 im Land mit wechselnden Partnern regiert, landete mit 17,6 Prozent auf dem dritten Platz. Die FDP erreichte 7,1 Prozent, die Grünen lagen bei 5,0 Prozent.

Mit der Erststimme wird ein Kandidat direkt gewählt, der im entsprechenden Wahlkreis antritt. Bei der Zweitstimme stehen Parteien zur Auswahl. Der bundesweite Anteil an diesen Stimmen entscheidet darüber, wie stark eine Partei später im Parlament vertreten ist.