Schulterschluss von Städten für Zukunftszentrum

Bei ihrer Bewerbung als Standort für das geplante «Zukunftszentrum für Europäische Transformation und Deutsche Einheit» erhält die Stadt Frankfurt (Oder) Unterstützung von anderen großen Städten Brandenburgs, darunter Potsdam. Frankfurt (Oder) sei mit seiner Lage, Geschichte sowie den Transformationserfahrungen im Zuge der deutschen Einheit und europäischen Neuordnung nach dem Ende des Kalten Krieges ein bestens geeigneter Ort für ein Zukunftszentrum, sagte der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, Mike Schubert (SPD), am Freitag.

Als Doppelstadt und europäische Universitätsstadt wäre Frankfurt-Słubice ein starkes Signal für die Ostverankerung Deutschlands in Europa und den europäischen Gedanken. Ähnlich äußerte sich Holger Kelch (CDU), Oberbürgermeister von Cottbus. Gerade im Osten und Südosten Brandenburgs sei der Wandel spürbar und gleichzeitig Chance zur Gestaltung, betonte er.

Auch der Oberbürgermeister von Brandenburg an der Havel, Steffen Scheller (CDU), unterstützt Frankfurt. Die Stadt erfülle die an einen solchen Ort der Begegnung, des Wissens und des Austausches gestellten Bedingungen am besten. «Auch unsere Stadt würde davon profitieren, denn schließlich ist längst bekannt: Ganz Brandenburg ist eine Zukunftsregion.»

Die Ampel-Koalition in Berlin hat in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass sie an den Plänen für ein Zukunftszentrum festhält. Der Ostbeauftragte Carsten Schneider erwartet in der zweiten Jahreshälfte eine Standortentscheidung. Das Zentrum soll drei Säulen haben: wissenschaftliche Auseinandersetzung, museale Präsentation sowie Kultur-, Begegnungs- und Veranstaltungsort. Außer Frankfurt (Oder) bewerben sich unter anderem Leipzig, Dresden, Halle an der Saale, Jena, Chemnitz und Magdeburg als Standort.

Nach Einschätzung von Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke (Linke) erfüllt die Stadt alle 13 vorgegebenen Kriterien. Mit einer bereits im Januar gestarteten Kampagne «Stadt der Brückenbauer» sollen noch mehr Menschen informiert und überzeugt werden.