Brandenburgs Kulturschaffende solidarisieren sich mit der Ukraine

Kultureinrichtungen in Brandenburg sprechen ihre Solidarität mit der Ukraine aus. Landesweit wollen Akteure die Geflüchteten unterstützen.

Kulturschaffende in ganz Brandenburg haben den Krieg in der Ukraine verurteilt und Unterstützung angeboten. In einer gemeinsamen Erklärung von mehr als 70 Kultureinrichtungen und Kulturakteuren sowie dem Kulturministerium hieß es am Donnerstag: «Der vom russischen Präsidenten entfesselte Krieg verstößt gegen das Völkerrecht, tötet Unschuldige und verbreitet unendliches Leid. Wir sehen ein Land, das um sein Überleben kämpft und sind in großer Sorge um die Menschen vor Ort. Dieser Krieg ist ein Tabu- und Kulturbruch.»

«Kultur war immer eine Brücke – sie kann und muss es auch in Zukunft sein», erklärte Kulturministerin Manja Schüle (SPD). In dieser größten Bedrohung der Welt und der Werte seit dem Zweiten Weltkrieg gehe es darum, zusammenzustehen.

Die Kultureinrichtungen bekräftigten in der Erklärung die Zusammenarbeit mit den ukrainischen Kolleginnen und Kollegen und konkrete Hilfe, «wo immer es möglich ist». Darunter seien auch Hilfsangebote für Geflüchtete und ihre Familien. «Dafür initiieren wir Projekte und Veranstaltungen, um Spenden zu sammeln», hieß es von den Unterzeichnenden. Möglichkeiten künstlerischer Betätigung für ukrainische Künstlerinnen und Künstler würden geprüft. Für Geflüchtete soll es kulturelle Angebote in Museen, Theatern, Konzerthäusern, Bibliotheken sowie Musik- und Kunstschulen geben.

So bietet das Kleist-Museum in Frankfurt (Oder) geflüchteten Kindern und ihren Familien an, jeden Donnerstag im März von 9 bis 11 Uhr gemeinsame Spiele an, «die größtenteils ohne Worte funktionieren.»

Auch das Filmmuseum in Potsdam öffnet kostenfrei für Geflüchtete und wird an einzelnen Wochenenden betreute Workshops in der Ausstellung «Mit dem Sandmann auf Zeitreise» anbieten.

Zu den Unterzeichnenden der Erklärung gehören unter anderem die Stiftung Stift Neuzelle, die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, verschiedene Theater in Cottbus, Potsdam, Senftenberg und Frankfurt (Oder), Museen wie das Barberini, Orchester, Bibliotheken, das Landesamt für Denkmalpflege, Kulturstiftungen und die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.

Dessen Direktor Axel Drecoll erinnerte an die hochbetagten Überlebenden der Konzentrationslager, bei denen nun schreckliche Erinnerungen wachgerufen würden. Einige von ihnen sollten zum Jahrestag der Befreiung am 1. Mai in die Gedenkstätte Sachsenhausen eingeladen werden, sagte Drecoll. «Stattdessen müssen sie sich nun in Kellern und U-Bahnhöfen vor den russischen Angriffen verbergen und um ihr Leben fürchten. Seit Beginn des Krieges versuchen wir, wo immer möglich, Kontakt aufzunehmen und zu helfen.»

Die Unterzeichnenden verdeutlichten zudem ihre Unterstützung von russischen Gegnerinnen und Gegner des Ukrainekrieges. «Wir sind der Überzeugung: Dieser Krieg ist nicht der Krieg des russischen Volkes, er ist der Krieg des russischen Machthabers.»