Kassenärzte: Viele Praxen in Brandenburg stoßen beim Impfen an Grenzen

Viele Arztpraxen stoßen nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) wegen der steigenden Nachfrage nach Impfungen an Grenzen. «Die Impfungen in den Arztpraxen haben wieder stark an Fahrt aufgenommen», sagte Vorstandschef Peter Noack, der Deutschen Presse-Agentur.

«Aus vielen Praxen haben wir gehört, dass aufgrund der saisonalen Erkrankungen, der Grippeschutzimpfungen und der steigenden Nachfrage nach Booster-Impfungen und auch Erstimpfungen die Kapazitätsgrenzen erreicht sind.» Die ambulant tätigen Ärzte übernähmen rund 85 Prozent der Auffrischungsimpfungen.

Das Gesundheitsministerium berichtete, die Zahl der Impfungen habe in Brandenburg am Mittwoch insgesamt um knapp 16 146 im Vergleich zum Vortag zugenommen; eine Woche zuvor lag das Plus nur bei 10 432. In den Arztpraxen wurden nach Angaben der KVBB am Mittwoch rund 14 206 Impfungen gemeldet, in der Woche zuvor waren es 9032.

«Impfgipfel» berät über Ausbau der Impfmöglichkeiten in Brandenburg

Die Brandenburgerinnen und Brandenburger sollen mehr Möglichkeiten zum Impfen bekommen – ob erstmals oder Booster. Deshalb lädt Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) für Freitag zu einem «Impfgipfel» (13.00 Uhr) ein. Dazu werden per Video Vertreter der Landkreise, der kreisfreien Städte, von Krankenhäusern und Ärzten erwartet. Geplant ist, die Zahl der Impfungen wieder – wie schon früher – auf rund 100 000 bei den Ärzten hochzufahren, aber mit Hilfe der Kommunen noch zu steigern. Hierzu sollen mobile Angebote etwa in Krankenhäusern oder mit Impfbussen ausgeweitet werden. Die Landkreise fordern, dass die Finanzierung dafür geklärt ist. In der vergangenen Woche waren es laut Gesundheitsministerium 39 000 Impfungen bei den Ärzten und 42 000 im Land insgesamt.

Das Interesse an Impfungen hat zuletzt wieder deutlich zugenommen. Zugleich steigt die Zahl gemeldeter neuer Corona-Infektionen in Brandenburg stark. Landesweit sind mehr als 1,5 Millionen Menschen vollständig geimpft, das entspricht einem Anteil von 61,5 Prozent. Bundesweit sind es allerdings schon 67,8 Prozent. Eine Auffrischungsimpfung haben bisher 113 677 Menschen erhalten – das ist ein Anteil von 4,5 Prozent an der Bevölkerung, bundesweit sind es bereits 5,7 Prozent mit einer Booster-Impfung.