Wegen Angriffs auf Frosch-Club: Prozess gegen vier Angeklagte

Die eingeschlagene Tür vom Frosch Club im August 2018

Dreieinhalb Jahre ist der Angriff einer Gruppe von Männern auf eine Diskothek in Frankfurt (Oder) her – bislang sitzt ein Tatverdächtiger in Haft. Mitte März stehen vier weitere Angeklagte vor Gericht.

Rund dreieinhalb Jahre nach dem Angriff einer Gruppe von Männern auf eine Diskothek in Frankfurt (Oder) beginnt gegen vier Tatverdächtige der Prozess. Auftakt ist am 14. März, wie das Landgericht Frankfurt (Oder) am Dienstag mitteilte. Die Staatsanwaltschaft legt den heute 24, 25, 26 und 44 Jahre alten Angeklagten unter anderem schweren Landfriedensbruch, Bedrohung und gefährliche Körperverletzung zur Last. Einem der mutmaßlichen Täter wird zudem versuchter Totschlag vorgeworfen.

Das Verfahren hatte sich hingezogen, weil das Brandenburgische Oberlandesgericht die Tatverdächtigen aus der Untersuchungshaft entlassen hatte, wie Landgerichtssprecher Jasper Schüler-Dahlke am Dienstag erklärte. Dadurch habe das Ganze keine Eilbedürftigkeit mehr gehabt, denn Haftsachen gingen bei Gericht vor. Das Verfahren sei dann für 2021 angesetzt worden, krankheitsbedingt aber wieder aufgehoben worden.

Laut Staatsanwaltschaft sollen zwei der Angeklagten im August 2018 in der Diskothek «Frosch» mit zwei anderen Personen in eine verbale Auseinandersetzung geraten sein. Nachdem der Club-Inhaber sie vor die Tür gesetzt hatte, verständigte demnach einer der Angeklagten eine Gruppe von anderen Personen, darunter auch die drei weiteren Angeklagten. Sein Ziel sei es gewesen, die aus seiner Sicht noch ausstehende Auseinandersetzung für sich zu entscheiden, hieß es in der Anklage.

Anschließend soll eine 10- bis 15-köpfige Gruppe um die Angeklagten mit Steinen, Stangen, Messern und Gürteln auf Besucher losgegangen sein, sie geschlagen und getreten haben. Fenster und Türen der Diskothek seien eingeschlagen worden. Nachdem einer der Angeklagten mit einer Mülltonne die Scheibe der Eingangstür zerschlagen haben soll, soll ein weiterer Angeklagter mit einem Messer versucht haben, durch diese Eingangstür hindurch auf dahinterstehende Personen einzustechen. Er habe dabei gerufen: «Ich steche euch ab (…) ihr seid alle tot.»

Beitrag vom damaligen Stadtradio 98.0 pure fm vom 27.08.2018:

Ursprünglich waren fünf Tatverdächtige ermittelt und angeklagt worden – vier Syrer und ein Palästinenser, allesamt Flüchtlinge. Als Vorsichtsmaßnahme vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie hatte sich das Gericht jedoch dazu entschlossen, die Verfahren gegen vier der Männer abzutrennen und gesondert zu verhandeln. Ein 41-jähriger Syrer wurde bereits im November 2020 wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt.

Nach der Attacke hatte Oberbürgermeister René Wilke (Linke) reagiert und Ausweisungsverfahren gegen acht ausländische sogenannte Intensivtäter auf den Weg gebracht – als erster Politiker in Brandenburg. Das hatte für Aufsehen gesorgt und ihm Kritik auch aus der eigenen Partei eingebracht.