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Das Aufatmen nach zwei Jahren Corona-Pandemie war nur kurz für das Brandenburger Handwerk. Steigende Energie-und Materialkosten wegen des Ukraine-Krieges trüben die Stimmung.
Brandenburger Handwerksbetriebe sorgen sich um rasant steigende Kosten und die Auswirkungen des Ukraine-Krieges. Seit der Wiedervereinigung habe es noch nie so unsichere wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gegeben, ergab die Frühjahrskonjunkturumfrage der Handwerkskammer Potsdam. Noch werde trotz aller der Sorgen die aktuelle Geschäftslage positiv bewertet.
84 Prozent der befragten Betriebe in Westbrandenburg berichteten von gestiegenen Einkaufspreisen. Das seien noch einmal 21 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr, hieß es. Es gebe faktisch keine Branche mehr, in der die Einkaufspreise gesunken seien.
Das Risiko von Preissteigerungen allein bei den Betrieben abzuladen sei nicht fair, kritisierte Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Brandenburg. Während Privatkunden mitunter Preisgleitklauseln akzeptierten, würden öffentliche Auftraggeber das finanzielle Risiko auf die Betriebe abwälzen.
Im Bereich der Cottbuser Handwerkskammer zeigten sich indes knapp 83 Prozent der Betriebe zufrieden mit der Geschäftslage, im Vorjahr waren es rund 69 Prozent. Die Werte vor Corona mit 95,5 Prozent im Frühjahr 2019 würden aber in weiter Ferne liegen. Jedoch rechne jedes vierte Unternehmen mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, über die Hälfte erwarte keine Veränderungen.
In Westbrandenburg schätzen 88 Prozent der Betriebe die Lage als gut oder befriedigend ein (Vorjahr 81,3). Am schlechtesten bezeichneten Friseure, Kosmetiker oder Textilreiniger und das Gesundheitshandwerk die Aussichten: Sie hatten besonders unter Corona-Maßnahmen gelitten.
Auftragsbücher sind nach den Angaben im Schnitt in Westbrandenburg für 11,3 Wochen gefüllt – eine Woche länger als im Vorjahr. Auch die Cottbuser Handwerkskammer vermeldete eine hohe Auftragslage. Die Auftragsreichweiten stiegen im Durchschnitt von 8,3 auf 12,3 Wochen.
© 91.7 ODERWELLE mit Material von dpa
Geschrieben von: MK
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